Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1310544
Kill? 
Die Renaissance des deutschen Geistes. 
tet, bezeugen seine Worte über die Kathedrale von Siena „mit 
grenialden und Bildern an den Wänden und musivisclier Arbeit auf 
em Fussboden und mit den Namen und Bildern aller Päpste": 
eine schönere Kirche habe er nie gesehenql) 
Solche Anschauungen ausb fremden Ländern, die sich hauf- 
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statt; lief 3321111 ZiI-iiiiÄi-ilite elgdrmdllffdflnläälilläillgllädllf 32? 
werbe gewonnene Reichthum steigerte die Lebenslust und Ge- 
Iliusssuclit der Zeit, so dass bereits im 15. Jahrhundert die Ueppig- 
eit deutscher Städte fremden Besuchern auffiel. Acneas Sylvius 
Yiihmt schon die reiche AuSStattung der Bürgerhäuser in Basel, 2) 
die grosse und volkreiche Stadt Braunschweig-ä mit ihren glän- 
zenden Häusern, den tretflichen Strassen, den weiten, reich ge- 
schmückten Kirchen. Am eingehendsten aber schildert er das 
lebenslustige Wienß) Geraumig und reichgeziert sind die Häuser 
der Bürger, von Quadern solide aufgeführt, die Thüren meistens 
mit Eisen beschlagen, die Fenster, was als ugrosserhLuxus galt, 
gut (frlassclieiben, zeig: Ilofedmittgeivolläten Gzrsnlgeiä, igaeraljl Sing- 
oge im nuern r 1c er un sc cner ausra oc un statt- 
lich die Fagaden, ihnen und aussen die Hauser bemalt: man 
glaubt in Fürstenwo nungen zu kommen. Immens sind die Wein- 
keller, stark wird getrunken, dem Bauch ist das Volk ergeben, 
Verprasst am Sonntag, was es die Woche verdient. Was er von 
dem üppigen Treiben der Weiber berichtet, passt zum übrigen. 
ab Berbl, ja Iläallßlilälaä iioli aiässert sichd die Weltlilrst lcller lZleit, 
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durch die Pflege der Kunst. Zur Zeit Luthers kann man in Süd- 
deutschland die Zunahme einer feinern Kultur schon bemerken. 
Der Reformator selbst lobt _Schwaben und Baiernland wegen der 
intim nuäiahme und, flülllldllßllellhlgewililllllillg, die räan dorg illjllldßt, 
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seien die Menschen gar unfreundlich und unhöflich. 5) In dei- 
aweliten Hälfte des Jahrhunderts findet Michel de Montaig-neß) "dass 
in en deutschen und schweizerischen Städten die Strassen und 
öffentlichen Plätze, die Wohnungen sammt ihrem Hausrath, ihren 
Tafeln und Tafelgeschirren Weit schöner und sauberer sind als 
1) A. 21- 0- S- 3-  2) Wurstisen, Chrom. der Stadt Basel p. 662.  3) Aen. 
Sylv. Piccol. opera. (Basel 1571 fol.) p. 424.   Ibid. p. 718 sqq.  5) Luthefs 
sämmtliche Werke. Erlanger Ausg. Bd. 62, S. 422.   M. de Montaigno, 
Journal de voyage en Italie, par 1a. Suisse et l'Allemagne en 1580 et 1581. 
(Paris 1775) V01. I. p. 35, 44, 90, 92, 156, 135: „les graccs des villes d'Alle- 
maigne"; 133: Gesammturtheil über Deutschland.
        

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