Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1313984
mit eroberten Waffen, kunstreiclien Rüstungen u. s. w. Da wir 
über das Innere keine genaueren Nachrichten besitzen, so muss 
die Beurtheilung des künstlerischen Werthes sich auf das Aeussere 
beschränken. Dass Schickhardt kein italienisches Vorbild copii-t 
hat, wie man wohl angiebt, sieht man auf den ersten Blick. 
Vielmehr zeigt er sieh gerade in diesem Bau, der das Haupt- 
werk seines Lebens war ebenso selbständi den Italienern 
gegenüber wie er neben den Ausartungen scinär Zeit inaassvoll 
erscheint. Das Gebäude ist jedenfalls zu den voi-züglichsten 
Werken der deutschen Renaissance zu rechnen.  
_ .Hl(31:. füge ich nach der obemerwähnten alten Beschreibung 
Einiges uber die bei-uhnite ehemalige Grotte im fürstlichen Lust- 
garten bei weil sie als Muster einer derartigen Anlage gelten 
kann. "Sdlches ist erstlich ein Gebäude, nach Ital. Arthb, auf 
Toscanische Ordnung gebauet, welches hauptsächlich von ge- 
schliffenen Qnaders in quadrat ausgeführt 101 Schuh lang und 
97 Schuh breit. Aussen her bei der Haupt-Facciata, zeigen sich 
zwei Bavillons, worinneii eomniode gebrochene Treppen sich be- 
finden, worauf man auf die obere und sehr plaisirliche Altaneii 
gehet; Das gantze Gebäude ist von verspünt- und in Kütt ge- 
legten Blatten beleget; Der Boden dieser Altaiien ist rings herum 
mit Ballustraden und mit einer zierlichen Gallerie umfasset, wo; 
rauf in specie gegen der fronte Statuen, von alten Kaiser und 
Königen, und darzwischen sitzend- und liegende Löwen einge- 
theilet segrndä welche saiätlälclße flgllläin dvorTZeiten Vgaiser gce- 
spri zet, ei eneii o ern u  ä zen ee er reppen iegen e 
Löwen, die denen entgegen kommenden Personen das Wasser 
aus dem Maul spritzen und solche benetzen; Mitten auf dieser 
Altanen befindet sich ein. sehr zierlicher Spring-Bronn; Vor die- 
sein inagniiiquen Gebäu ein Vorhof welchen von Quader eine 
Brust-Höhe Fassung umgiebet, Worauf mühsame Trillages oder 
Verg-itteruiigen von Eisen init künstlichen Schlosser-Arbeiten 
stehen, da dann bei dem Eintritt solches Vorliofes ein gross 
Steinernes Oval-Bassin sich praesentiret, worinn auf einem Fel- 
seii von Dufftsteinen der Wasser-Gott Neptunus auf einem Meer- 
Fisch lieget, und in der einen Hand die ihnie zugeeigente 
dreiziiikiclite Gabel hält, mit dem linken Arni aber auf ein 
Wasser-Gefäss sich steuret, woraus dann nicht nur Wasser aus 
seinem Mund sondern auch aus obgemeldten drey Gabel-Zinken, 
undggenieldtem Gefäss spritzet, wie auch aus dem Rachen des 
Fisches worauf er liegt; Berührtes Bassin hat auf seiner Um- 
Ächaärung allerhandlMeer-älllonstra, welche zugleich auf allerhand 
rt asser von sici spri zen. 

        

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