Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1313742
K313- 
Schwaben. 
Heinrich Sehiekhardt. 
343 
nachdem schon vorher eine Anzahl H-äuser gekauft und ab- 
gebrochen worden Waren, um für den Bau Raum zu schaffen. 
Nach des Herzogs Tode musste Schickhardt auf Johann 14118411- 
rich's Befehl einen noch schöneren Entwurf machen, der nach 
seiner Schätzung um 50,000 Gulden nicht hatte mögen ausgeführt 
werdend Der ausbrechende Krieg hinderte die Fortsetzung des 
schon angefangenen Werkes, dessen Fundamente dann später Zll 
dem sogenannten Prinzenbau verwendet wurden; aber es ist zu 
bedauern, dass diese Zeichnungen, wie die meisten andern seiner 
Entwürfe verschollen sind. 
Von der besonderen Vorliebe jener Zeit für Lustgarten und 
die damit verbundenen Anlagen zeugen zahlreiche Notizen im 
Inventar. Für Stuttgart baute er nicht bloss 1611 ein neues 
grosses Pomeranzenhaus, sondern auch ein kleineres Feig-enhaus 
und für „Frä.ulein Anna ' ein zweites Feigenhaus. Am Lustgarten 
erbaute er ausserdem das untere Thor, ein flottes Prachtstück 
von Decoration, wie man aus den auf dem Archiv befindlichen 
Entwürfen erkennt. Ebendort findet sich noch eine hübsche 
Zeichnung des 1609 von ihm zu Leonberg angelegten Lustgartens 
mit Weihern, Springbrunnen, zierlich mosaicirten Beeten und 
prächtiger steinerner Einfassung. Dem Markgrafen von Baden- 
Durlach musste er 1602 den Plan zu einer Grotte, dem Grafen 
von Hohenlohe 1615 einen Entwurf zu einem Lusthause für Neuen- 
stein machen. Auch in Boll hatte er bei dem neuen Bade einen 
grossen Lustgarten angelegt. Von Schickhardfs künstlerlscher 
Richtung geben der Thurm der Kirche in Cannstadt (F1g.__62) 
und ein stattliches Bürgerhaus auf der; lgaiärte zu Stluttgartswo- 
von s ater weitere Anschauun  Die a er von 1 m 111 tutt- 
gart zihfgeführten Hauser ist sähr gross. Er scheint mit liebens- 
würdiger Bereitwilligkeit Jedermann zu Dienste gewesen zu sein. 
Einmal heisst es in seinem Inventar „1609 meines Schneiders 
Haus von Neuem erbaut; wie der aber heisst kan ich nit wissen". 
Alle diese Häuser wie auch- sein eigenes waren schlichte Fach- 
werkbauten mit steinernem Erdgeschoss; höchstens durch hübsche 
Steinconsolen an den Ecken belebt. 
Für seine Vorliebe zu mechanischen und hydraulischen 
Al-bgiten, der wir schon in seinen Reisetagebüchern begegneten, 
zeugt noch ein Folioheft mithZeichnungen aufGder öiiäntlichen 
Bibliothek in Stuttgart, Welc es mit grosser enauig eit, wie 
wenn es zur Herausgabe bestimmt gewesen wäre, eine Anzahl 
von Feuerspritzen verschiedenster Art, Schöpfvverke, Haspel oder 
Gangräder, Windmühlen zu einem Pumpwerk, einen Durchlass 
für ein Mülllenwelll" u. dergl. mit allen Einzelheiten der Con-
        

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