Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1313657
334 
III. 
Buch. 
in Deutschland. 
Renaissance 
hin sind die inneren Seiten der beiden Flügel durch flachbogige 
Arkaden auf breiten Pfeilern ausgezeichnet. Die äussere-n Ecken 
der Pfeiler sind in einer an romanische Kunst erinnernden Be- 
handlung mit korinthisirenden Halbsäulen eingefasst. Dagegen 
zeigen die Fenster der Kirche wieder den Spitzbogen sowie 
gothische Maasswerke von ziemlich missverstandencr Form. Aehn- 
liche Stilmischung verrathen die Thürme. Quadratisch aufgeführt 
werden sie durch kräftige antikisirende Gesimse in zwei Stock- 
werke gegliedert und gehen dann über einem mittelalterlichen 
Giebelabscliluss in's Achteck über, werden von einer Galerie mit 
durchbrochenem spätgothischen Maasswerk gekrönt, steigen darüber 
im vcijüngtem Acliteck auf und schliessen mit einem geschweiften 
Kuppcldach, über welchem sich eine Laterne mit eingezogener 
Sitze erhebt. 
p k]    Im Innern hat man die sinn- 
  W  l-elcllß Anordnung getroffen, dass 
I   der Raum uber den ausseren Ar- 
m,  kaden als Empore benutzt" ist, 
  wie es unser Grundriss Figz S5 
 i'd; f4ilgisgffgsgffpu erkennen lässt. Am Ende der 
  beiden Schiffe sind nämlich aus- 
 gedehnte Emporen angebracht, zu 
4  115.l.{4u   welchen man auf zwei Wendel- 
 treppen gelangt. Diese Emporen 
liilg"tfiyfit7lg" setzen sich an der inneren Seite 
   Ä mit einander inyVerbindung' und 
erweitern sich, wo beide Flügel 
zusammenstossen zur Aufnahme 
Fig- S5. Kirche zu Freudenstallt. , 7   
Oberer Grundriss. der Orgel. Diese liegt somit der 
Kanzel, welche in der äussercn 
Ecke angebracht ist (vgl. Figz 84), in der Diagonale gegenüber. 
Zwischen beiden steht der Altar gegen Süden gewendet und vor 
diesem der Taufstein, ein uralt romanischcs Sculpturwerk aus 
der benachbarten Klosterkirche Alpirsbach. Noch sind die prächtigen 
spatgothischen Sedilia vom Jahre 1488 zu erwähnen, welche neben 
dem Aufgang zur Kanzel dem Altar gegenüber angebracht sind. 
Das östliche Ende des Südschiffes ist um neun Stufen erhöht, in 
dem anstossenden Thurni befindet sich die Sakristei. Der nörd- 
liche Thurm dagegen enthält die beiden Hauptportale, zu welchen 
an jedem Schiff noch zwei andere kommen. 
Ist der Eindruck des Aeussern trotz der opulenten Portale 
und der stattlichen Thürme doch im Ganzen nüchtern, so ge- 
winnt das Innere dagegen durch die reiche Ausstattung ein
        

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