Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1313642
K39 
Schwaben. 
Fürstliche Bautep. 
333 
bestehend: das Kaufhaus, das Spital, das Rathhaus und die Kirche. 
Das Spital wurde bald durch Brand zerstört, das Kaufhaus zum 
Oberamtgebäude bestimmt, und nur das Rathhaus und die Kirche 
sind noch in ihrer ursprünglichen Bestimmung erhalten. Alle diese 
Gebäude haben an ihren Vorderseiten Arkaden, für welche man 
zur Unterscheidung von den Privathausern ionisehe Säulen ge- 
wählt hat. Das Interessanteste von diesen Gebäuden ist die 
Kirche. 
An der südwestlichen Ecke des grossen Platzes gelegen hat 
die Kirche (Fig. 84) den hakenförmigen, zweiiiügligen Grund- 
riss erhalten, der mit Beseitigung jeder traditionellen Form ein 
Ergebniss nüchterner Zweckmässig-keit ist. In praktischer Hin- 
sieht keineswegs werthlos macht dagegen der Bau durch die un- 
gewohnte Form einen seltsamen 
Eindruck. Die beiden Flügel, am t ä  
Welche im rechten Winkel zu- i 4  "E  
sammenstossen, sind einschiffig w: [j m. 
mit einem reich gegliederten,  2115i  O  
gothischen Netzgewölbe bedeckt, _ 1  N 
der südliche Arm dreiseitig aus  
dem Achteck geschlossen und l II  
endlich ist jedem Flügel dein o s n N  
viereckiger Thurm vorgelegt.    
Trotz der späten Erbauungszeit -51,  
mischen sich gothische Formen  
mit denen der Renaissance in "R9 
allen Theilen des Baues. Schon 
am Aeussern tritt dies zu Tage. F"; 84fJE;igireggnigggyfeußtßdt- 
Die sechs Portale, welche in das 
Innere führen, sind zum Theil spitzbogig, sogar mit durchschnei- 
denden mittelalterlichen Stäben eingefasst, aber eingerahmt mit 
antikisirenden Pilastern, die sogar nach Art der Frührenaissance 
Rahmeuprofile mit Rautenfüllungen haben. Ihre Kapitale sind 
korinthisirend. Besonders reich sind die beiden Portale des 
Thurmes am westlichen Flügel, mit korinthischen Halbsäulen 
eingefasst und mit einem Giebel bekrönt. Ueber allen Portalen 
sieht man in feinem grünlichem Sandstein ausgeführte Reliefs 
mit Seenen aus dem alten und neuen Testamente, darunter Moses 
mit den Gesetztafeln, die Erschaffung der Eva, die Sündiluth und 
die Geburt Christi, sammtlich in den manierirten Formen Michel- 
angelesker Kunst flott und lebendig behandelt, aber grossentheils 
stark verwittert. _Die Portale selbst wie die übrigen architekto- 
nischen Theile sind in rothem Sandstein erbaut. Gegen den Platz
        

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