Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1313194
288 
III. 
Buch. 
Renaissance in Deutschland. 
grosse Spitzbogenfenster mit gut gebildetem Maasswerk, im Innern 
aber Renaissancedecoration. Endlich gehören noch hierher das 
Zeughaus und die beiden Tanzhäuser, letztere mit Fenstern 
im Eselsrücken, aber von korinthischen Pilastern, antikem Gebälk 
und Giebeln eingerahmt. 1) 
Im Uebrigen bietet die Oberpfalz nicht viel. In N eumarkt 
datirt der ältere Theil der Residenz vom Jahre 1562. Die Medail- 
lons mit fürstlichen Bildnissen, welche ihn zierten, hat man zum 
Theil in das N ationalmuseum nach München gebracht.  Pfreimdt 
hat ein sehr verfallenes und herabgekommenes Schloss der Land- 
grafen von Leuchtenberg, dessen künstlerische Beschaffenheit der 
wortreich prunkenden Inschrift des Landgrafen Georg Ludwig 
wenig entspricht, welche über dem Hauptportal angebracht ist. 
Der ausgedehnte, aus drei Flügeln bestehende Bau datirt offen- 
bar aus der Spatzeit der Epoche. Das Portal zeigt die Formen 
der Renaissance in provinzieller Verkümmerung.  Nicht viel 
besser, wenn auch reicher, ist das Portal an der Südseite der 
Franziskanerkirche daselbst, inschriftlich vom Jahre 1593. 
Es sind überall Provinzialsteinmetzen, welche die wenig ven 
standenen Formen der Renaissance eifrig, aber mühsam und un- 
beholfen nachstümpern. Dagegen verdient die Stadtkirche mit 
ihrer eleganten Stuckdecoration in spätem Barockstil genauere 
Beachtung. 
Auch in Nabburg ist das Rathhaus ein sehr schlichter Bau, 
inschriftlich 1580 errichtet, im Ganzen unbedeutend, doch mit 
malerisch angelegter Vorhalle„in welcher die Treppe aufsteigt. 
Darüber eine obere Galerie auf einfachen viereckigen Pfeilern. 
Man kann hier kaum von Renaissance sprechen, weil die For- 
men jede ausgebildete Charakteristik verschmahen.  Stattlich 
ist dagegen das Schloss in Neustadt am Waldnab, dessen 
schwere prunkende Formen indess schon den Stil Ludwigls XIV 
verrathen.  
Regensburg- 
Eine besondere Betrachtung verdient die alte Bischofsstadt 
Regensburg, die seit dem frühen Mittelalter ihre eigene Bau- 
gesehiehte hat. Hier ist immer ein reger Baueifer gewesen, der 
neue Formen rasch aufnahm und in bedeutsamer Weise sich an- 
zueignen wusste. So in der romanischen Epoche des 11. Jahr- 
hunderts, so bei der Aufnahme des frühgothisehen Stiles, so end- 
Abbild. 
Sigharfs Gesch. 
in Bayern. 
der bild. Künste 
687.
        

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