Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1313175
286 
III. 
Buch. 
Renaissance in Deutschland. 
prangend. Die Schlösser Haimburg bei Neumarlat und Dein- 
schwang, die von den Nürnbergern zerstört waren, stellte er 
ebenso wie das Schloss Dachsolder wieder her. Zu Hirschwald 
bei Amberg und zu Fürstenwald errichtete er Jagdschlösser und 
zu Lautershofen baute er sich für seine Reisen von Neumarkt 
nach Amberg ein Absteigequartier. Ebenso gründete er in Am- 
berg das stattliche Gebäude für die Versammlungen der hohen 
Landescollegien der Oberpfalz. Seinem Nachfolger Otto Heinrich 
sodann war es vorbehalten, in seinem berühmten Schlossbau zu 
Heidelberg die deutsche Renaissance zur classischen Vollendung 
zu bringen, und im Wetteifer mit ihm sollte wieder Friedrich IV 
einen nicht minder charaktervollen Bautheil dem prächtigen Schloss 
hinzufügen. Wir betrachten nun die einzelnen Werke nach ihrer 
geographischen Gruppirurig. 
Oberpfalz. 
Die 
Ein höheres Kulturleben beginnt in de1' Oberpfalz unter 
der Herrschaft Friedrichs II, nachdem dieser den Bauernaufstand, 
welcher auch diese Länder bedrohte, glücklich im Keime erstickt 
hatteß) Von seinen zahlreichen Bauten war schon oben die Rede. 
Wie viel von seinen im Lande verstreuten Schlössern noch vor-- 
handcn ist, bedarf einer besondern Untersuchung. Den Charakter 
derselben vergegenwärtigt uns das Schloss (jetzt Appellgericht) 
in Ainbcrgz Es ist ein ansehnlicher Bau, die Faeade nach der 
Strasse sehr einfach behandelt, in drei Geschossen gekuppelte 
rechtwinklige Fenster mit gothiseh eingekehlten Rahmen, die 
Krönung der oberen Fenster in gedrücktem Eselsbogen mit 
gothischem Maasswerk, an den Fensterbrüstungen Medaillons mit 
Flachreliefbildern von Fürsten und Fürstinnen in Lorbeerkranzen; 
dies Alles von sehr geringer Ausführung. Das Prachtstück der 
Faeade ist ein Erker über dem rundbogigen, aber gothisch pro- 
filirten Portal auf zwei missverstandenen ionischen Säulen auf- 
gebaut und von einem Gesimse bekrönt, dessen antikisirende 
Glieder, Zahnschnitt und Eierstab in wunderlicher Weise über- 
trieben sind. Auell dflS Hallptgesims der Faeade zeigt dieselben 
unverhältnissmässig ausgebildeten Formen, namentlich einen kolos- 
salen Eierstab. Der obere Bau, durch dorisehe und korinthische 
Pilaster gegliedert, ist besser und zierlicher behandelt, die Wap- 
1) Hub. Thomas anmal- 
pfalz. Landshut 1803. 
Vgl. 
Fessmaier , 
Staatsgeschichte 
der Ober-
        

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