Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1313009
Kap 
VII. 
Die oberrheinischen Gebiete. 
Baden. 
269 
der damit verbundenen Treppe D war der Meister durch die Rück- 
sicht auf eine ältere Wendelstiege gebunden; aber auch die Rück- 
sicht auf das im Hofe vorhandene Gebäude O musste ihn be- 
stimmen, seinen Eingang etwas nach rechts von der Hauptaxe 
zu verlegen. Die gewölte Vorhalle O, in der ansehnlichen Breite 
von 26 Fuss, durch das Portal und die neben demselben an- 
gebrachten Fenster genügend erleuchtet, wird im rechten Winkel 
von dem langen, ebenfalls gewölbten Corridor E durchschnitten, 
der an beiden Enden durch gekuppelte Fenster sein Licht empfängt. 
So wird der ganze Grundriss in vier ungefähr gleiche selbständige 
Gruppen getheilt, deren innere Anordnung nach den besonderen 
Erfordernissen sich verschieden gestaltet. Links vom Eingang 
gelangt man in den Saal L, der gleich den übrigen Räumen des 
Erdgeschosses mit gedrückten Kreuzgewölben bedeckt ist. Bei 
einer Breite von 22 Fuss misst er 62 Fuss Länge, denn der auf 
unserer Abbildung angedeutete Einbau ist ein neuerer Zusatz. 
Die nahe Verbindung mit der Küche lässt in diesem stattlichen 
Raume den ehemaligen Speisesaal leicht erkennen. Der daran 
stossende 34 Fuss lange Saal M wird zum Anrichten und als 
Speisesaal für das Gefolge gedient haben. 
Die rechts vom Eingang gelegene Abtheilung hat zwei grössere 
Zimmer I und H und dazwischen ein kleineres. Durch die vor- 
gelegte Wendeltreppe steht diese Abtheilung mit der darüber be- 
findlichen in Verbindung und hat zugleich ihren selbständigen 
Ausgang auf den Hof. Es war also eine für sich geschlossene 
kleine Wohnung, wie wir deren in den französischen Schlössern 
jener Zeit ähnliche häufig antreffen. Die jenseits des Corridors E 
gegenüber liegende Abtheilung enthält die Kapelle F, in welcher 
auf zwei kräftigen ionischen Säulen eine Empore für die fürst- 
liche Familie angebracht ist.1) Der Baumeister musste, um inner- 
halb des Stockwerks die erforderliche Höhe zu gewinnen, den 
Fussboden tiefer legen, so dass man auf 5 Stufen in die Kapelle 
hinabsteigt. An der Ostseite ist eine polygone Altarapsis vor- 
 gebaut, südwärts stösst die Kapelle an ein Vorgemach, welches 
durch eine Wendeltreppe mit der Terrasse, durch Thüren mit 
dem Corridor E und dem grossen Eckzimmer G in Verbindung 
steht. Die vierte Abtheilung ist in fünf ungefähr gleich grosse 
Zimmer von 18 bis 20 Fuss Breite bei 22 Fuss Tiefe zerlegt, 
von welchen nur das mittlere keinen Ausgang auf den Corridor 
hat. In dem ersten Zimmer K sieht man in der Wand eine 
1) Die Kapelle hat man bei der peuerdingg vorgenommenen Restau- 
ration wüst liegen lassen. Man sollte sxe doch stllgemäss wiederherstellen!
        

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