Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1312989
Kap- 
VII. 
oberrheinischen Gebiete. 
Die 
Baden. 
267 
aus verschiedenen Epochen allmählich hervorgegangene Gestalt. 
Da die Geschichte des Baues von kundiger Seite eine erschöpfende 
Darstellung gefunden hat, so hebe ich hier nur das Wesentliche 
daraus hervor!) Nachdem im frühen Mittelalter das alte Schloss 
als feste Burg auf ziemlich steiler Höhe angelegt worden war, 
errichteten die Markgrafen wahrscheinlich schon im 14. Jahr- 
hundert auf dem unmittelbar über der Stadt sich erhebenden 
Bergplateau ein neues Schloss, welches durch den Markgrafen 
Jakob um die Mitte des 15. Jahrhunderts weiter ausgebaut wurde. 
Ueberreste mächtiger Substructionen beweisen indess, dass schon 
die Römer diesen Punkt, der das enge Thal beherrscht und die 
warmen Quellen beschützt, zu einer Befestigung ausersehen und 
das mächtige Terrassenplateau angelegt hatten?) Der Bau des 
Markgrafen Jakob wurde sodann weiter ausgeführt durch einen 
der edelsten Fürsten des Landes, Markgraf Christoph, der da- 
selbst 1479 seinen Wohnsitz nahm. Vom neuen Schlosse datirt 
der 1510 ausgestellte Freiheitsbrief, welchen er der Stadt Baden 
verlieh sammt einer Polizey-Ordnung „für die Fremden, so zu ihrer 
Notturft oder ihres Lybes Wollust hier baden." Alle diese Bauten, 
von welchen namentlich der Haupteingang (in unserem Grundriss 
Fig. 74 bei A), der viereckige Thurm an der Nordseite Q, die 
westliche und nördliche Umfassung bei T, S und N im Wesent- 
lichen noch herrühren, tragen die Form des späten Mittelalters. 
Manche Zusätze und Veränderungen kamen unter Markgraf 
Philipp I hinzu, so dass der Bau bis dahin schon eine ziemliche 
Ausdehnung, aber auch, wie gewöhnlich die mittelalterlichen 
Burgen, eine unregelmässig complizirte Gestalt erhielt. Feste 
Zeugnisse für diese Bauperioden sind namentlich der Wappen- 
schild des Markgrafen Christoph und seiner Gemahlin am Schluss- 
stcin des Thorgewölbes und das schön ausgeführte Baden-Spon- 
heimsche Wappen über dem Thor, dessen Jahrzahl1530 auf die 
Zeit des Markgrafen Philipp I deutet. Auch die Krönung des 
nördlichen Thurmes, der damals als Archiv diente und mit den 
benachbarten Theilen den Namen der „alten Kanzlei" führte, 
tragt die Jahreszahlr1529. Ob das Datum 1516, welches auf 
einer alten Abbildungß) sich befindet, authentisch ist, darf einigem 
1) Krieg von Hochfelden, die beiden Schlösser zu Baden, ehemals und 
jetzt, Karlsruhe 1851.  E) Ein Theil der mit Strebepfeilern verstärkten 
römischen Futtermauer, welche dem Erddruck des mit den bekannten 
Inajestäfgigchen Bäumen bestandenen Plateaiüs so lange widerstanden, ist 
 kürzlich zusemmengestürzt und macht umfassende Herstellungsbauten nöthig. 
 3) Im Besitz des Freiherrn von Ow auf Wachendorf, abgeb. bei Krieg, 
zu S. 51 E.
        

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