Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1312583
K31) 
Schweiz. 
Die deutsche 
Basel. 
227 
den der Häuser monumentale Ausprägung gefunden. Die Sitte 
der gemalten Facaden ist besonders für die Schweiz charakte- 
ristisch. Daneben erhielt sich auf dem Lande der ebenso eigen- 
thümlich nationale Holzstil. Steinerne Renaissancebauten dagegen 
kommen erst spät vor und bleiben auch dann ziemlich vereinzelt. 
Dafür erhält sich aber in der Schweiz bei dem echt deutschen 
conscrvativen Sinn des Volkes die Renaissance in ihren besseren 
Formen bis tief ins 17. Jahrhundert hinein, so dass wir hier über 
die uns sonst gesteckte Zeitgrenze beträchtlich hinausgreifen 
müssen. Den grössten Werth haben die Schweizerbauten Weniger 
durch ihr Aeusseres als durch die Ausstattung des Innern, das 
durch die reichen Holztäfelungen, Glasgemälde und gemalten 
Oefen oft von unvergleichlicher künstlerischer Wirkung ist. Uebcr 
diese Theile der Ausstattung haben wir oben bereits eingehender 
gehandelt. 
Basel. 
Den Anfang machen wir mit Basel. Von hier scheint der 
neue Stil sich zuerst über die benachbarten Gegenden verbreitet 
zu haben. Das rege wissenschaftliche Leben der Stadt, deren 
Universität, seit 1459 gegründet, bedeutende Gelehrte an sich 
20g und allein schon durch die Anwesenheit des Erasmus weit- 
hin wirkte, sodann die daraus hervorgehende umfassende lite- 
Tarische und buchhändlerische Thätigkeit, welche im Sinne der 
Zeit auch die bildende Kunst zur Illustration reichlich heranzog. 
das Alles machte Basel im Anfang des 16. Jahrhunderts zum 
Mittelpunkte wissenschaftlichen und künstlerischen Lebens in der 
Schweiz. Während aber im Holzschnitt, der Glasmalerei und 
selbst in den Fresken der Facaden die Renaissance rasch zur 
Entfaltung kam, bleibt die Architektur noch längere Zeit der 
Gothik treu. Das von 1508 bis 1521 errichtete Rathhaus ist 
noch völlig gothisch; dagegen sind die Glasgemälde im Raths- 
Saal, mit den Jahreszahlen 151-9 und 1520, in Renaissanceformen 
Qomponirt. Die Zeichnungen für dieselben weisen zum Theil auf 
Hans Holbein, Urs am und Niclas Manuel hin. 1) Auch. die 
Wandgemälde, mit welchen Holbein damals den Saal schmückte, 
Waren völlig im Charakter der italienischen Kunst. Im Vorderen 
Rathszimmer sieht man eine Holztafelung von tüchtiger Arbeit, 
1516 von Meister ßlathias Giger ausgeführt. 
vgl. 
 Ueber diese Glasgemälde 
Stuttgart- 1369. Seite 4-29 rf. 
Lübke, 
Studien. 
kunsthistorische
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.