Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1312099
178 
III. 
Buch. 
Renaissance in Deutschland. 
Allgemeiner 
Theil. 
l" ebendahei- gehört in diese Kategorie. Wie 
 unpig diese Ornamentik gelegentlich auch 
 ß X bei kleineren Praehtstüeken vom Holz- 
 sehiiitzer verwendet wurde, zeigt die Säule 
 von einem Altar der Kirche zu Ucber- 
 lingen (Fig.  Endlich gehören derselben 
    Auffassung die Ornamente an der Einfassung 
 f, und der Säule des grossen Brunnens in 
iYiiiif'illli' - "i; Rothenburg (Fig. 35). 
 '  DißSß Ofnämßlltik ist die Stärke und 
 dle Schwache der deutschen Renaissance. 
  Es spricht sich einerseits "in ihr eine Fiille 
   von Phantasie, Originalitat, eine gewisse 
ZgFd-Hlllizixlll-Qlläßrgä Kraft und kecke _Derbheit aus. Aber sie 
 M] zeigt auch, wie_tief der Hang zu geome- 
  trischen Formspielen und Künsteleien im 
 deutschen Geiste steckt, und wie dieser Trieb 
die im Laufe der geschichtlichen Entwicklung 
 immer von Neuem durchdringt. Derselbe 
 Zug hatte in der gothischen Zeit Zulgfzt 
 iglles in Maasswerkspäele äifgelöst; derselbe 
 'inn ringt jetzt in er enaissanee unter 
 veränderten Formen und Verhältnissen Ana- 
  loges hervor. Damals war es die Tyrannei 
 des Steinmetzen, der sich Alles unterwarf; 
 yetztist es die Herrschaft des Metallstiles, 
 speciell der Schmiede: und Sehlosserarbeit, 
ijrfl- II  die in den Steinstil hinuber wirkt. Stets aber 
  bleibt es einmehr handwerkliches als künst- 
"äiifirfiihiä lerisches PYIIICIIKIÄÖEIS darin zur Erscheinung 
 kommt, ein Beweis, dass der höchste künst- 
  ß ärische Adel bei uns durch eine gewisse 
lila:  ßibhßlädßs  oder   liebe 
wg  duich spiessbuigcrliehe Pedanterie verküm- 
lii,  inert wird. _Dies einmal zugegeben  und 
  man darf sich dergleichen nicht verliehlen 
  i- wird man immerhin an der originellen 
  lxraftuulndqhrische der Coneeptioncn, an 
 täitkimsiiiiiliiiäißnfifäffetwllkung  
 Doch nicht ganz verdrängt dieser Me- 
lif  tallstil das freiere Ornament. Besonders in 
F   der Stuckdecoration und den gemalten Ver- 
ig. 44. Saule an einem Altm- 
zu Ueberlingen. 
        

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