Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1311433
112 
III. 
Buch. 
Renaissance 
Deutschland. 
Allgemeiner 
Theil. 
welchen die Gitter aufgehängt wurden, mit verschlungenen Banken, 
welche das Dreieck zwischen den eisernen Trägern ausfüllen. 
Die beifolgende Abbildung (Fig. 20) ist von dem Schilde einer 
Schmiede in Ravensburg genommen. Aehnliche sieht man in 
Rothenburg a. d. Tauber und andern Orten. Dahin gehören 
ferner die eisernen Träger, welche die aus Kupfer oder Eisen- 
blech getriebenen phantastischen Wasserspeier der Renaissance- 
zeit stützen. Ein treifliches Beispiel vom Landhause zu Graz, 
ein anderes vom alten Schloss zu Stuttgart ist in den hlitthei- 
lungen der Oentralcommission abgebildet. 1) Andere sieht man 
noch an manchen Orten an alten Schlössern und Bürgerhäusern. 
Sodann kommen bisweilen noch reich verzierte 'l'räger oder Ge- 
häuse an den Hausglocken vor, welche man über der Hausthür 
ß K draussen anzubringen piiegte. Beispiele 
{F der Art in Ischl, Hallstadt, Steyerß) 
m3 u. s. w.  Aber auch sonst hat die 
 v" i, Schmiedekunst das Innere und Aeussere 
(l  der Häuser mit ihren trefflichen Schöpf- 
M X w:  ungen ausgestattet und durch dieselben 
q im  j" wesentlich zu dem heitern Charakter der 
f  ltenaissancegebäude lacigetragen. Ich er- 
 [l i" innere nur an die Leuchter und Licht- 
 stander mancherlei Artß) die Bettge- 
stellefi) die Wetterfahnen und Kreuze. 
{i  endlich die zierlichen kleinen Kästchen, 
 i  i, deren Flächen durch geätzte Ornamente 
x  EMMA "r auf dunklem, gekörntem, mit hellen 
äliiilil"'liläl' Punkten ganz durchsetztem Grunde sich 
"i prächtig abheben. 5) 
in gggeeggßugfrlgggggg'55351;") Mit alledem sind die verschiedenen 
Richtungen der Metallarbeit dieser Zeit 
noch nicht erschöpft. Vom kleinsten bis zum grössten Gerätthe 
des Lebens wird jeder Gegenstand durch die Kunst geadelt, 
und selbst das bescheidenste Material gewinnt durch die 
Behandlung erhöhten Wcrth. Dass grade in Deutschland man 
mit Vorliebe das Tafelgeschirr aus edlem Metall, oder wenig- 
stens aus Kupfer und besonders aus Zinn anzufertigen liebte, 
haben wir früher bereits gesehen. Schon Luther klagt über 
die Verschwendungz welche die Deutschen mit derlei Gerath 
I) A. a. o. Fig. 8a u. su-mx. a. O.Fig. ao;s2._ß) A. a. 0. FignGT-JQ- 
 a) A. a. O. Fig. 94.  5) Schöne Beispiele dieser Art in Hefner-Alteneckä 
lhsenwerken, besonders Taf. 2. 42. 47.
        

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