Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1306750
KßP- 
des Vitruv. 
Studium der antiken Bauten und 
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Neues kommen müssel Jenes Gefühl wird sehr deutlich 1435 
ausgesprochen bei Leon Battista Alberti (geb. 1404). 2 Es sei ihm 
früher vorgekommen, mals 0b die Natur alt und müde geworden 
wäre und keine grossen Geister wie keine Riesen mehr hervor- 
bringen möchteu; jetzt aus langer Verbannung nach Florenz zu- 
rückgekehrt, ist er froh erstaunt, in Brunellesco, dem er diese 
Schrift widmet, in Donatello, Ghiberti, Luca della Robbia, Ma- 
saccio eine neue Kraft zu finden, die den erlauchtesten alten 
Meistern nichts nachgebe.  Um 1460, als der Styl der Re- 
naissance das Gothische bereits aus seinen letzten Zufluchtsorten 
vertrieb, durfte Filarete sagen: wenn unser Styl nicht schöner 
und zweckmässiger wäre, so würde man ihn in Florenz nicht 
brauchen na Firenze non s'usaria.r( 
Die neue Kunst tritt gleich auf mit dem Bewusstsein, dass 
sie mit der Tradition breche und dass ausser der Freiheit die 
höchste Anspannung aller Kräfte, aber auch der höchste Ruhm 
ihre Bestimmung sei.  
Alberti fährt an obiger Stelle fort: nIClI sehe nun auch, 
ndass alles Grosse nicht bloss Gabe der Natur und der Zeiten 
niSlS, sondern von unserm Streben, unserer Unermüdlichkeit ab- 
nhängt. Die Alten hatten es leichter gross zu werden, da eine 
nSClIUllZIBÖllZlOII sie erzog zu jenen höchsten Künsten, die uns 
njetzt so grosse Mühe kosten, aber um so viel grösser soll auch 
nunser Name werden, da wir ohne Lehrer, ohne Vorbild Künste 
wund Wissenschaften finden, von denen man früher nichts gehört 
wund gesehen hattem 
Die Entscheidung zu Gunsten des Neuen konnte nur kom- 
men durch eine grosse That eines ausserordentlichen Mannes, 
welcher mit dieser That auch für sein und seiner Genossen son- 
stiges Streben die Bahn öffnete: Filippo Brunellesco von Flo- 
renz (1377 bis 1446) und die Domkuppel, seine von Jugend auf 
erkannte Aufgabe (ä. 2, vgl. Fig. 1). Mit dieser wesentlich con- 
structiven Leistung und mit" seiner sonstigen Meisterschaft in aller 
Mechanik siegt zugleich die grosse formale stylistische Neuerung, 
zu welcher ihn die vor 1407 in Rom begonnenen Studien be- 
fähigten. Dazu noch sein Ruhm als Bildhauer und Decorator. 
ä. 25. 
der griechischen Baureste. 
Vernachlässigung 
Griechenland existirte 
nicht für die Architekten. 
im XV. Jahrhundert nur für Sammler, 
Auffallender erscheint es, dass auch 
1 Florenz im Anfang des  Macqhiawrelli, storie iiorent., 
Eingang des IV. Buches;  Poggms, h1st._i1or. popuh, L. V, ad a. 1422.  
2 In der Schrift della pittura, opere volgam, ed Bonucci, vol. IV. 
Kugler, Gesch. d. Baukunst. IV. 3
        

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