Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1306714
Der 
Hass gegen 
spätere 
das_ 
Goighische. 
 Das spätere Bewusstsein der Italiener von dieser ihrer go- 
thischen Bauperiode-wurde von allengSeiten verwirrt" und ge- 
trübt und die mangelhafte historische Kenntniss des wahren 
Herganges verband sich mit den stärksten Vorurtheilen. Noch 
Aeneas Sylvius spricht 1444 bewundernd von der Baukunst in 
Deutschland 1 und rühmt das saubere und neue Ansehen der 
deutschen Städte? Ueber das deutscheElement an der Kirche 
zu Pienza i. 77.   
Sonst war es der Renaissance ein lästiger Gedanke, dass die- 
ser Styl aus Deutschland gekommen sei, sie "kehrte daher an 
den gothischen Bauten der eigenen Landsleute immer die Seiten 
hervor, welche sich der ngutenu, nämlich der antiken Architektur 
genähert hättenß   
Am Bau und an der Ausschmückung des Domes von Orvieto 4 
Waren noch zu Anfang des XV. Jahrhunderts _eine Anzahl Deutscher 
beschäftigt, und es ergingen noch Briefe durch das ganze Abend- 
land, dass treifliche Künstler sich hier für Arbeit melden 
könnten. Nach dem Siege des neuen Styles dagegen heisst es 
14465 bei der Anstellung eines Franzosen bereits: nGS fehle an 
Inländern nichts und ein zu Ausbesserungen verurtheilter Glas- 
maler Gasparre da Volterra, aippellirt schon nur noch Bad quem- 
cunque magistrum ytalicum expertum in dicta arten  Ein 
Deutscher in der zweiten Generation, wie Vito di Marco Tedesco, 6 
mochte schon als Italiener gelten.  
Um 1460 in Filarete's Baulehre die feierliche Verwiinschung: 
nverflucht, der diese Pfuscherei (praticuccia) erfand! ich glaube 
nur Barbarenvolk konnte sie nach Italien bringenß 7 S. jedoch 
ä. 44. Umständliche Erörterungen auf sehr wunderliche Ansich- 
ten gebaut, doch noch immer unter der Voraussetzung, dass man 
es mit einem deutschen Styl zu thun habe, finden sich in der 
vita anonima di Brunellescoed. Moreni, pag. 159 ss. und in dem 
berühmten Briefe (angeblich) von Castiglione oder Rafael an Leo X., 
1514 oder 15158 In Mailand, wo der Dom notorisch von einem 
Deutschen erbaut war und ein beständiger Verkehr deutscher 
Meister stattfand. bekam der Anonyrnus des Morelli die in  23 
zu erwahncnden Notizen. Ein feiner Kenner, der u. a; nordischen 
1 39m Sylvii opera, ed. Basil. 1551 p. 740, vg]. p. 713? ein BPief (168 
Fra Agnbrogio über den Palast von Ofejly. P- 85a  A Apol- adqtmart- Mayerv 
p 695  8 VgL Vasari II, p. 16, v. (11 Stefano u.  2.69. -.r D Della Valle, 
 d' O  3 118. ss. Docum.54, 55, .  0c. 70 71.- 
ätääagägidllfmä 2l7ltvv42g).  7 GÄye. carteggio, I, p. 204.  8 Abge7druckt 
u. a. bei Quatremäre, storia di Raffaello, trad. Longhena, p. 531, ss.
        

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