Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1306666
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Buch. 
Renaissance in Italien. 
Architektmt 
antiker Tempell und sogar einst oben offen gewesen wie das 
Pantheon. 2 S. Apostoli habe Karl der Grosse. der mythische 
Neugründer von Florenz erbaut; S. Miniato sei von 1013. Die 
vita anonirna di Brunellesco, ed. Moreni p. 160 meint: als Karl 
Italien reinigte von den Langobarden und von den Collegien 
(d. h. den Zünftien lombardischer Maurer) und sich mit den 
Päpsten und dem Rest römischer Republik inls Einvernehmen 
setzte, habe er Architekten von Rom mitgebracht, welche zwar 
keine grossen Meister aber nur an den antiken Formen gebildet 
gewesen, und daher sehe man einen Abglanz des alten Rom an 
S. Apostoli und dem (seither zerstörten) S. Piero Scheraggio. 
Eindringen 
G othischen. 
des 
und Machtumfang 
Mit dem XIII. Jahrhundert drang der neue, in Frankreich 
entstandene Baustyl, welchen man den gothischen nennt, auch in 
Italien ein. Sein Erfolg beruht nirgends und auch hier nicht 
auf den Vorzügen seiner diecorativen Erscheinung; er siegte als 
gewaltigste Form des gewölbten Hochbaues mit möglichst wenig 
Material. 
Das Decorative war Anfangs in Frankreich selbst wenig 
entwickelt und die frühesten Boten brachten nicht einmal diess 
Wenige nach dem Ausland. (Vgl. die ältesten gothischen Theile 
des Freiburger Münsters mit beinahe gar keinem oder noch 
romanischem Detail.) Italien hätte für die blosse Pracht ohnehin 
schon Mosaiken und Marmor vorausgehabt. Dass nicht Fran- 
zosen, sondern Deutsche das Gothische nach Italien brachten, 
mochte daher kommen, dass in Frankreich beim gleichzeitigen 
Bau so vieler Kathedralen kein Fachmann entbehrlich war? 
Die Herrschaft des Gothischen in Italien traf zusammen mit 
der höchsten monumentalen Begeisterung, als nicht nur Kathe- 
dralen, sondern auch Bettelordenskirchen im Begriffe waren, den 
grössten Maassstab anzunehmen. Da aber jede Stadt und jeder 
Architekt etwas Besonderes, Eigenthümliches wollte und Niemand 
sich principiell an den neuen Styl gebunden fühlte, so nahm 
derselbe hier viele einzelne Gestalten an, welche allen Zusammen- 
hang mit der ebenfalls aus dem Norden überlieferten Sprache 
der Detailformen verloren, Es wird eine gährende, nirgends ganz 
harmonische Uebergangsepoche. 
1 Vasari I, p. 206, ss. Proemio; ib. p. 282, v. di Tafi.  2 GiO. Villimi 
I, 60.  3 Wesshalb lassen die Editoren VasarPs (I, p. 247, Nota, v. di 
Arnolfo) den Jacopo Tedesco, welcher S. Francesco in Assisi und den Dom 
von Arezzo baute, aus Veltlin oder von den oberitalienischen Seen stammen?
        

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