Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309713
KäP- 
Decorationen 
des 
Augenblickes. 
329 
Vasari XI, p. 205, v. di Aristotile, woller Säulenhallen, Nischen, 
Tabernakel und Statuen, wie man es früher bei solchen Auf- 
führungen nicht gesehene (Um 1532.) So der nkönigliche Saal 
mit zwei Nebengemächern, aus welchen die Recitanten hervortreten, 
in der ersten bei Vasari X, p. 82, im Commentar zu v. di Ant. 
Sangallo erwähnten Scenenskizze. Auch die Aufführung des 
nKönigs Hyrcanus von Jerusalemr in dem oben erwähnten Halb- 
rund Palladids wird eine solche Scena gehabt haben. In ihren 
einfachsten Elementen ist diese Art von Scenen öfter in floren- 
tinischen Breitbildern um 1500 dargestellt; in ihrer "reichsten 
Aussbildung finden wir sie in Palladio's Theatro olimpico zu 
Vicenza (1584). 
Die andere Art von Scenen, diejenige, auf welche sich Serlio 
bezieht, enthielt verschiedene coulissenartig vortretende Gebäude 
wdie kleinern vorn, die grössern weiter hintenc, so dass man 
etwa durch die Hallen des einen das andere sah; nebst einem 
Schlussbau; ebenfalls stark ansteigend und sich verjüngend. Für 
Komödien wählte man grössere und kleinere Häuser (Wirthshaus, 
Bordell etc.) mit obern Gängen, Erkern oder Fenstern; für Tra- 
gödien fürstliche Prachthallen mit Statuen, ja mit einem Triumph.- 
bogen in der Mitte n. s. w.; ja Serlio gibt auch noch für ein 
vermeintlich nsatyrischesc Drama eine ländliche Decoration mit 
Bäumen und Hütten. 
Eine Komödienscena dieser mehr wirklichkeitsgemässen Art 
war 1515 die von Baldassar Peruzzi angegebene, als die Stadt 
Rom die Erhebung des Giuliano Medici, Bruders Leols X., zum 
Feldherrn der Kirche feierte; man bewunderte daran die reiche 
und bunte Erfindung der Häuser, Hallen, Fenster etc. 1 Auch  
die Decoration für Bibienafs Komödie Calandra, welche vor Leo X. 
aufgeführt wurde, war voll von täuschend gegebenen Einzelge- 
bäuden. 2 Wenn eine noch vorhandene Zeichnung P's. diese 
Scene vorstellt, so enthielt der Hintergrund eine Anzahl von 
Gebäuden des alten Roms. (Serlio Ende des IV. Buches rühmt, 
dass P's. Scenen bei aller Schönheit weniger gekostet hätten, 
als alles Aehnliche vor ihrn und nach ihm.) 
Aehnliche Scenen wird man, wo nichts Besonderes bemerkt 
wird, bei Komödien in der Regel und auch wohl bei Tragödien 
vorauszusetzen haben. So Vasari VI, p. 135, v. di Indaco;  
IX, p. 101, v. di Francia Bigio; ib. p. 219, v. di Granacci;  
X, p. 82, die zweite im Connnentar zu v. di Ant. Sang-alle er- 
wähnte Scenenskizze, wo den einzelnen Häusern die Namen bei- 
geschrieben sind;  ib. p. 204, "s. v. di Lappoli; XI, p. 87, s. 
99, v. di Genga;  ib. p. 203 bis 212, v. di Aristotile, ab- 
gesehen von den oben erwähnten Ausnahmen,  ib. p. 293, 
VIII, p. 
1 Vasari 
2241 
di Peruzzi. 
227: 
vgl. 
237, 
Nota.
        

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