Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309645
322 
Buch. 
Renaissance in Italien. 
Decoration. 
fumi und S0dd0ma,1 wie denn auch Baldassar Peruzzi einen 
solchen _und aixsserdem eine nbewundernswürdigeu Todtenbahre 
angab; 2 (Die Bahre an Marmorgräbern, herrliches Vorbild hie- 
für, Q. 140).  Sogar bei Verbrennung von Imxussachen ver- 
langte die andächtige Stimmung, dass dieselbe auf einem talamo, 
d. h. einem irgendwie stylisirten Scheiterhaufen gruppirt wurden, 
(Infessilra, bei Eccard scriptores II; C01. 1874, lvgl. Cultur der 
Renaisance S. 481). 
Festdecoration 
ä. 188. 
der Frührenaissance. 
Characteristisch für die Frührenaissance ist die überreiche 
Verwendung des Grüns, zumal in? Gestalt von Guirlanden; die 
freie phantastische Umgestaltung des Triumphhogens zu einem 
farbenreichen Prachtbau; die an Bändern hängenden 'l'afeln; die 
Anwendung lebendiger, mit reichen Gewändern und Attributen 
ausgestatteter Personen als Statuen.  Das Schattentuch, oft über 
lange Strassen und weite Platze sich ausbreitend, war wo möglich 
zu glänzenden Dessins geordnet.  
Dass jedes einzelne Haus die aus den Fenstern zu hängen- 
den Teppiche vorräthig besass und, zumal in einer Hallenstadt 
wie Bologna, den wundervollen Contrast von Guirlanden und 
Bogen benützte, versteht sich" von selbst; flüchtige Vergoldung 
einzelner Bautheile kam Wenigstens vor,  42., Die Guirlanden 
bisweilen von eigenthümlich massiger pomphafter Bildung. Dann 
die-noch heute üblichen Dessins von Wappen, Namenszügen etc. 
ausÄ lauter Grün und Blumen an Wänden und auf dem Fussbraden. 
So war Ferrara beim Einzug Pius II. 1459 nsemenato (Pherbeu 3 
gewiss sehr kunstreich,  wie piantati Mai (Maggi, Maibaume 
oder Maste) per tuttoii, ohne Zweifel um die vorher erwähnten 
Guirlanden und das wollene Schattentuch zu tragen. 
Ganz besonders rühmt Pius II. die Wirkung des von der 
Sonne durchglühten dunkeln Tuches bei Anlass des Prachtzeltes, 
"von welchem sein Fronleichnamszug in Viterbo ausging; unter- 
wegs gab es Decktuch mit dem Dessin einer rothen Wolke, dann 
hirnmelblaues mit goldenen Sternen, dann blau und weisses, 
braunrothes von englischer Wolle etc. Ein Fest wie dieses, wo 
nicht nur die pomphaftesten Altäre, sondern ganze Bühnen mit 
unbelebten Gruppen und mit lebenden, redenden, singenden De- 
corationsfiguren vorkamen, wo Brunnen mit Wein sprangen, wo 
18 grüne Bogenpfeiler, jeder einen singenden Engelknaben trugen, 
wo die Auferstehung Christi und die Himmelfahrt der Maria 
p. 166, 167, 
Diario Ferrar. 
1 Milanesi III, 
dl Peruzzi.  3 
185.  2 Vasari VIII," p. 225 
ap. Murat. XXIV, C01. 204. 
und 
Nota,
        

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