Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309634
Kapitel. 
Deoorationen 
des 
Augenblickes. 
187. 
Feste und Festkünstler. 
Decorationen des Augenblickes, bei kirchlichen und welt- 
lichen Festen und Ceremonien, hatten im XV. Jahrhundert den 
Character heiterer Pracht, wobei das reiche Formenspiel der da- 
maligen baulichen Decoration sich mit den buntesten Zuthaten 
aller Art vertrug. 
Ueber die Feste im Allgemeinen vgl. Oultur der Renaissance, 
S. 401 E. Die wichtigsten Schilderungen: Pii II. Comment. 
L. VIII, p. 382, ss., seine Feier des Fronleichnamsfestes in Vi- 
terbo 1462;  Corio, Storia di Milano, fol. 417, ss., der Em- 
pfang der Lionora von Aragon bei Cardinal Pietro Riario in Rom 
1473, (vgl. ä. 182).  Ibid. fol. 451, ss., Krönung und Possesso 
(d, h. Zug vom Vatican nach dem Lateran) Alexanders VI. 1492. 
 Phil. Beroaldi Oratioues fol. 27, nuptiae Bentivolorum, d. h. 
die Hochzeit des Annibale Bentrvoglio mit Lucrezia von Este (um 
1490?).  . 
Die Kunst der Festdecoration ging wie das Meiste der neuen 
Culturepoche hauptsächlich von Florenz aus; schon im XIV. 
Jahrh. reisten ilorentinische Festaiuoli in Italien herum, 1 welche 
damals und auch in spätem Zeiten gewiss nicht bloss die Auf- 
führung, sondern auch die dazu gehörigen Decorationen angaben, 
in welchen ja, soweit sie Baulichkeiten vorstellten, die fiorentinische 
Kunst ohnehin dem übrigen Italien voraus war.  Ausser Florenz 
muss namentlich Pistoja hierin etwas bedeutet haben, da für jenes 
Fronleichnamsfest zu Viterbo der Cardinal Niccolö F ortiguerra, der 
von Pistoja gebürtig war, für seinen (sehr prächtigen) Anthcil 
an der Ausstattung nludorum artiiicesm von dort kommen liess. 
Ausser den grossen Festen bot das kirchliche sowohl als 
das bürgerliche Leben laeständige Anlässe für Decorationen dar; 
 Apparati bei Hochzeiten und Beerdigungen, für welche um 
1500 in Florenz Andrea Feltrini einen besondern Namen hatte; 
(Vasari IX, p. 112, s., v. di Morto da Feltro);  Fahnen aller 
Art, wovon unten;  Kataialke (cataletti) für Confraternitäten, 
deren es sehr schöne von grossen Meistern gab, z. B. von Becca- 
G1 
.0 
Villani VIII, 
Kugler 
Gesch. 
Baukunst.
        

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