Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309618
Kap 
VIIL: 
Gefässe. 
Goldschmiedearbeit und 
319 
Siegels gerne als Thier oder Figurine, z. B. am goldenen Siegel 
des Cardinals Eroole Gonzaga als sitzenden Heroules. 1 
Vielleicht die bedeutendste vorherrschend decorative Arbeit 
dieses ganzen Styls, die jetzt noch in Italien vorhanden ist: das 
farnesische Kästchen von Gio. de? Bernardi im Museum zu Neapel; 
von Metall mit Eekiiguren, Reliefs und sechs ovalen Glassehliffen; 
der Deckel mit der Figurine eines ruhenden Hercules zwischen 
den Hälften eines gebrochenen Giebels. 
Majoliken 
und 
ä. 186. 
anäere 
irclene 
Gefässe. 
Die künstlerische Behandlung der Gefässe aus Erde und 
Glas hat seit dem Alterthum. nie und nicht wieder so hoch ge- 
standen als zur Zeit der Renaissance. Die erste Stelle nehmen 
die Majoliken ein mit ihrer Glasur in einer beschrankten Anzahl 
von Farben. 
Ein achtes Porzellan in unserm Sinn, durchscheinend oder 
auch nur von völlig weissem Korn, besass man noch nicht, und 
die vielen Porzellane, zumal in den venezianischen Sammlungen, 
sind als Majoliken zu verstehen, d. h. als glasirte irdene Geschirre. 
Diese waren schon im Mittelalter oft durch ihre reiche ge- 
schwungene Form und durch Farbe und Gold bis an die Grenze 
der Kunst vorgerückt; im XV. Jahrhundert muss ihnen die Ver- 
vollkommnung der Glasur durch die Werkstatt der Robbia zu 
Statten gekommen sein; aber erst im XVI. Jahrhundert wurde 
die volle Freiheit des decorativen Modellirens und Fdachclecorirens 
darauf angewandt. Diess ist es, was ihren Werth ausmacht, 
mehr als die mühselig aufgemalten Historien, auch wenn bei 
diesen rafaelische u. a. berühmte Motive benützt sind. 
Die Hauptaussage: Vasari XI, p. 826, v. di Bait. Franco; 
vgl. XII, p. 118, v. di Tadd. Zucchero;  Benv. Cel 1ni vita II, 
c. 8.  Quatremere, vita di Raffaelle, ed. Longhena, p. 290, Nota. 
Zwar gab es schon 1526 Liebhaber, welche Porzellane für 600 Du- 
cati zu verlieren hatten, wie z. B." Giberti, Sekretär Clemens VII, 
bei Anlass der ersten (colonnesischen) Erstürmung Roms. 2  
Gleichwohl wird angenommen, dass wenigstens die Majoliken- 
Werkstätten von Pesaro und Castel Durante erst um 1530 den 
Höhepunkt erreicht hatten, oder um 1540 als der Herzog Guido- 
baldo II. von Urbino den Battista Franco (ä. 178) als Vorzeich- 
ner anstellte; ausserdem hatte der Herzog eine Menge Skizzen 
von Rafael, Giulio Romano und ihren Schülern zu Vorlagen er- 
worben. Etwas später gab Taddeo Zucchero die Zeichnungen 
1 Benv. Cellini. 
Negri a Micheli. 
trattato 
Lettere 
di 
PPincipi 
I1 
106;
        

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