Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309599
KßP- 
VIII. 
Gefässe. 
Goldschmiedearbeit und 
317 
Ziele der decorativen Kunst. In der Einfassung selbst Wechseln 
zweierlei Darstellungsweisen, flaches Email auf Gold oder Silber, 
und reliefirte und emaillirte Zierformen um die Edelsteine. An 
Fuss und Henkeln menschliche und thierische Masken. Drachen 
und Meerwunder, auch menschliche Figuren verschiedener Art. 
In der Farbenzusammenstellung ist die Buntheit des Mittelalters 
jetzt völlig gewichen, der ganze Schmuck wird sorgfältig zu der 
Farbe des Gefässes gestimmt. Die Oekonomie der (Jontraste 
zwischen Email und Relief, Email und Metall, glänzend und matt, 
ist schon eine vollkommene.  An den Krystallgefassen mit ein- 
geschliffenen Ornamenten und Historien ist die Einfassung auf- 
fallend zart und zierlich. 
Die wichtigste Sammlung soll noch immer der Tesoro im 
Pal. Pitti zu Florenz (mit achten Arbeiten Benvenutols) sein, 
welcher dem Verfasser unzugänglich geblieben ist. Anderes in 
den Ufüzien u. a. a. O.  Im XVI. Jahrhundert waren die ve- 
nezianischen Privatkabinete reich an solchen Sachen. Aufzählung 
beim Anonimo di Morelli, bei Anlass der SammlungenjOdoni, Ant. 
Foscarini, Franc. Zio, Mich. Contarini. Eine Kigrstallschale aus 
fünf Stücken in silbervergoldeter Fassung. mit eingeschliffenen 
Historien des alten 'l'estamentes war von Cristoforo Romano;  
eine grössere dreihenklige Porphyrschale von Piermaria da Pescia, 
welcher 1494 beim Einzug der Franzosen in Rom diess Werk 
unter die Erde vergrub; nachher wurde dasselbe mehrmals für 
antik verkauft. (Somit wäre wenigstens die reichere Arbeit in 
Porphyr schon unter Alexander VI. zu Rom erreicht gervesen.) 
Ausser den Vasen aus kostbaren Stoffen besasscn dieselben Sammler 
auch andere von damascenischer Erzarbeit. von Porzellan, Glas 
u. s. W. Dagegen noch keine sculpirten Elfenbeingefasse. 
Lomazzo (p. 345) räth für den Inhalt der Reliefs an Schalen 
und Gefassen Liebesgeschichten der Seegötter und Flussgötter, wobei 
der Componist in der That am leichtesten der Phantasieform 
jedes Gefasses folgt und am freiesten über die Linien gebietet. 
(L. könnte hier vielleicht marmorne Brunnenvasen meinen, seine 
Ansicht gilt aber auch für silberne Gefässe, welche öfter der- 
gleichen darstellen.) 
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Schmuck 
Waffen 
und 
Siegel. 
Die weibliche Festtracht war bisweilen sehr reich an Schmuck 
aller Art mit Gemmen; das übliche Prachtstück der Männertracht 
war die Medaille am Baret. 
Von den Medaillen haben die goldenen und emaillirten, 
deren Figuren manchmal fast ganz frei vertraten, hauptsächlich
        

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