Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309545
312 
Buch. 
Renaissance in Italien. 
Decoration. 
Capelle, wovon Verocchio einige verfertigte, 1 mögen von besonderer 
Grösse gewesen sein.  
Für silberne und goldene Altarschreine besass namentlich 
Venedig noch mehrere Vorbilder in Gestalt seiner byzantinischen 
pale. 2  Doch ging diese Gattung jetzt völlig ein; höchstens 
wurde an den berühmten silbernen Schreinen des Baptisteriums 
von Florenz und der Kathedrale von Pistoja 3 noch hie und da 
etwas gearbeitet. 4 L" Die Krönung Maria mit Engeln, 1.50 Pfund 
an Silber, welche Julius II. nach S. M. del Popolo stiftete, 5 
mag eher eine Freigruppe gewesen sein. Die Herrlichkeit der 
Marmoraltäre (ä. 144) liess die silbernen völlig vergessen. Ein 
Bronzealtar ä. 147.  Die Florentiner sollen 1498 aus Geldnoth 
die pala ihres Domes und alle Silbersachen der Annunziata ein- 
geschmolzen haben; Malipiero, archiv. stor. VII, I, p. 526. 
Auch von Monstranzen ist kaum die Rede, etwas häufiger 
von silbernen Leuchtern und Iteliquienbehältern. Ob auch nur 
eine einzige bedeutende Monstranz der Frührenaissance, ja der 
italienischen Renaissance überhaupt vorhanden ist? Das decorative 
Vermögen der Zeit müsste sich daran auf entscheidende Weise 
zeigen. Ein Contract für eine Monstranz 1449, Milanesi II, 
p. 259. 
Von den I-langelampen der Annunziata in Florenzc und von 
den gewiss ausserordentlich schönen, drei Ellen hohen Lenchtern 
des Ant. Pollajuolo7 ist nichts mehr erhalten. Dagegen in S. 
Marco zu Venedig eine elegant geschmückte Hängelampe 
(Fig. 160).  Ein Contract für einen silbernen Prachtcandelaber 
in Siena 1440 bei Milanesi II, 193.  Zwei Leuchter von Jaspis, 
zu dem oben erwähnten silbernen Christus gehörend, mit dem 
Wappen des DogenMarcello 1474.  An den sog. Paci des 
'l'ommaso Finiguerra sind besonders die Niellozeichnungen be- 
deutend, doch auch die Einfassung zierlich. 8 Silberne und selbst 
goldene Votivgegenstände werden mit der Zeit unvermeidlich und 
zwar von den Kirchenbehörden selbst eingeschmolzen. 
Ileliquiarien aus Gold und Silber müssen noch immer und 
bisweilen in schönster Kunstform gebildet worden sein; man 
erwäge dass ein Filippo Maria Visconti, dass der Staat von 
Venedig und die Päpste Reliquien sammelten, und dass wenigstens 
einzelne bronzene Reliquiarien der edelsten Kunst angehören.  
(Ghiberti Cassa di S. Giacinto, Uffizien.) Erhalten ist indess aus 
dem XV. Jahrhundert sehr wenig, z. B. die silberne Cassetta für 
1 Vasari V, p. 140, v. di Verocchio.  2 Sansovino, Veneziatfol. 63, 74, 
und a. a. 0.; Sabellicus, de situ venetae urbis, fol. 85, 90.,  " Vasari II, 
p. 11, 12, und Nota, v. di Agostino e Agnolo.  4 Vasari V, p. 92, v. dl 
Pollajuolo.  5 Albertini de mirabilibus urbis Romae. L. III, fo]. 86.  
6 Vasari V, p. 66, v. di Ghirlandajo.  7 Ib. p. 93, v. di Pollajuolo.  
8 Vasari V, p. 92 und Nota, v. di Pollajuolo.
        

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