Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309439
KäP- 
VII. 
Stucchirüng 
Malerei und 
des Ifmern. 
301 
Bildchen der Planetengottheiten und dem Mittelbilde von vier 
schwebenden Victorien um ein päpstliches Wlappen, vielleicht als 
Ganzes am meisten antik; die Formen und Farben und ihre Ver- 
theilung im Verhältniss zu den Proportionen des Saales voll- 
kommen. (Von Udine und Perin del Vaga; nerst nach Rafaels 
Tode; auf Wandfresken berechnet).   
In der Farnesina sind u. a. von Udine die schönen Frucht- 
schnüre, womit die abgerundeten Kanten deijGewölbe in der 
vordern Halle (mit Rafaels Geschichten der Psyche) bemalt sind. 
Was in der Engelsburg, im Pal. Grimani zu Venedig, in Cividale 
und in seiner Vaterstadt noch von ihrn erhalten ist, weiss der 
Verfasser nicht anzugeben. Das Meiste von , dem, was Vasari an- 
führt, ist untergegangen.  Von decorativen. Glasmalereien des 
Udine sind noch Reste in einem Gang der Certosa bei Florenz. 
176. 
Romano 
Giulio 
Vagra. 
del 
Perin 
und 
Von RafaePs Schülern war Giulio Romandam meisten in 
die Alterthumsstudien (E. 27) und auch in die Kenntniss dieser 
reichen antiken Decoration eingeweiht und wurde dafür während 
seiner spätern Laufbahn zu Mantua besonders bei der Aus- 
schmückung des Palazzo del Te in Anspruch genommen. Perin 
del Vaga, im Dienste des Andrea Doria zu Genua, schmückte 
seit 1529 in seinem Palast die Decken und Gewölbe mit aus- 
gesuchten Motiven der verschiedensten Art. 
Giulioäs Fertigkeit im Stucco überhaupt und seine Vorliebe 
dafür zeigte sich auch an seinem eigenen Hause zu Mantua, innen 
und aussen. 1  Noch in Rom von ihm einige Gewölbe in Villa 
Lante.  Im Pal. del Te  119)_ massenweise und reiche 
Stuccaturen, zum Theil für sich, zum Theil als Einfassung von 
Deckengemälden;  einiges auch im Pal. Ducale. (Der Verfasser 
ist nicht im Stande, Näheres darüber anzugeben;_ in dem Werke 
von Gruner nur einige Proben.) 
Perinols Arbeiten im Pal. Doria zu Genua: die untere 
Halle mit eigenthümlich eingetheiltem und gesclnnücktem Soffitto 
und ringsum laufenden Gewölbezwickeln, an. welchen" sitzende 
Göttinnen sehr glücklich angebracht sind;  -die Galeria mit 
den Wandfresken der Helden des Hauses Doria und .mit einem 
Gewölbe der allerhöchsten Pracht, welches alle möglichen flachen 
und erhabenen, einfarbigen und vielfarbigen Darstellungsweisen 
auf relativ kleinem Raum in sich vereinigt;  ein Saal mit dem 
Deckenbilde des Gigantenkampfes, dessen Rahmen oder ringsum 
laufender Gewölbeansatz eben so schön als lniachtvoll ist;  
1 Vasari X, 
1091 
di Giulio.
        

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