Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309391
K3P' 
V11. 
des Ixinern. 
Sktucchirüng 
Malerei und 
297 
Vasarfs I,' p. 124, Introduz. c._ 4;; HauptsteIleVasari XI, p. 302, 
s. v. di Udine;  statt des Marmorstaubes _auch pulverisirte 
Kiesel (XI, p. 6, v. di Gherardi). Jetzt erst-könnten auch grosse 
reich cassettirte Gewölbeunit Leichtigkeit hergestellt werden. 
Die Hauptbedeutung des Stucco war aber, dass er erst das 
Gewölbe zu einer freienPraehtform. (5.255) erheben half, dass 
er den Eintheilungen Kraft und Leichtigkeit gab und in der 
Darstellung von Formen jeder" Art'1nit der Malerei abwechselte 
und wetteiferte, dann wieder mit ihr._ gesetzlich theilte, auch leicht 
in eigentliche Sculptur überging und alle denkbaren Ziermotive 
auf jederStufe des Idealenoder Wirklichen farbig, weiss oder 
golden herzauberte. Rechnet man hinzuydass gleichzeitig die 
decorative Malerei bald in, bald ausser "Verbindung mit dem 
Stucco, ihr Höchstes leistete, und dass diese ganze Decoration 
bald mehr für sich, baldfmehr für die wichtigsten Fresken existirt, 
welchen sie zur" Einfassung .dient,'class -die grössten Meist-er sich 
ihrer. annahmen und dass jede Schule, jede Stadt das Problem 
anders auffasste, so ergibt sich ein enormer Reichthum an M0- 
tiven, der das aus dem Alterthum Erhaltene unendlich überbietet. 
Letzerm verdankt man aber den entscheidenden Anstoss, ohne 
wvelchen diese grosse Bewegung doch nicht-zu denken ist. 
175. 
Giovanni 
Rafael und 
Ugline. 
Es war entscheidend für den neu aufblühenden Kunstzweig, 
dass Rafael sich in hohem Grade an demselben betheiligte, ihn 
durch eigene Werke auf die volle Höhe hob und seine wichtigsten 
Schüler dafür gewann.    
Das erste bedeutende Werk, welches den EinHuss der nGrottenßi 
zeigt, Pinturicehiois Gewölbe der Libreria im Dom 'zu Siena 
(ä. 172) muss bereits dem Rafael bekannt gewesen sein, wenn er 
dem P. Compositionen zu den dortigen Fresken lieferte. In Rom, 
noch nicht unter Julius II., wohl aber unter Leo X. beginnt, 
offenbar im Zusammenhang mit seinen Alterthumsstudien (ä. 27) 
seine grosse (lecorative Thätigkeit, hauptsächlich mit Hülfe des 
Giovanni da Udine, welcher aus Giorgionds Schule zu ihm ge- 
kommen war und auch in Rafaels Gemälden hie und da für die 
Nebensachen gebraucht wurde. 1 Ausser den Titusthermen dienten 
auch die damals noch erhaltenen Reste in den Diocletiansthermen 
und im Colesseum alsMuster. (Facsimile von Udineis Studien 
nach letztern in dem Sammelwerke von_ßasan.)- 
Loggien des Cortile ldi S. "Damaso im Vatican: im untern 
Gang die Gewölbe von Udine, wahrscheinlich bloss nach allgemeiner 
Vasari 
3001 
SS-a 
Udine.
        

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