Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309320
171. 
Gewölbemalerei 
der Frührenaissance. 
Die Gewölbemalerei, während des ganzen Mittelalters in 
den italienischen Kirchen heimisch, hatte hie und da etwas von 
demjenigen decorativen Character, den sie einst bei den Römern 
gezeigt hatte.   
Es ist hiemit hauptsächlich die Decoration von Cimabue in 
der Oberkirche S. Francesco zu Assisi gemeint (drittes Kreuz- 
gewölbe des Langhauses vom Portal an gezählt); Medaillons mit 
Brustbildern, Festons aus Vasen hervorspriessend, welche von 
Genien auf dem Haupt getragen werden u. s. w. Eine deutliche 
Nachwirkung altchristlicher Gewölbemalereien. 
Sonst aber herrschen, zumal in der Schule Giotto's, an 
den Gewölben heilige Gestalten und selbst Historien (lncoro- 
nata zu Neapel) auf blauem Grunde vor, und auch die Renais- 
sance ging häulig darauf ein. Die Halbkuppeln der Chorni- 
schen erhielten grosse Frescodarstellungen der himmlischen Herr- 
lichkeit, mit der Himmelfahrt Christi oder Krönung Maria 
(Filippo Lippi, Borgognone, Melozzol); auch behauptete die 
Gewölbemalerei im eigentlichen Sinn einen sehr hohen Rang. 
Eine reichere Blüthe decorativer Gewölbemalerei ergab sich 
dann im XV. Jahrhundert. zugleich mit der zunehmenden Be- 
freiung vom Kreuzgewölbe (welches kein Mittelbild duldet), und 
von den Rippen und Gurten (E. 48). Dieselbe Fähigkeit, gegebene 
Flächen in denkbar schönster Weise auszufüllen, welche sich in 
Marmor (ä. 131, 134) und in der Holzdecorzttion  150 ff.) offen- 
bart, äusscrt sich hier im Gewande der Farbe mit schrankenloser 
Fülle und Freiheit, in weltlichen Gebäuden wie in Kirchen. Die 
Urheber sind zugleich grosse Historienmaler. 
Zu den frühesten, vielleicht noch halbgothischen Arbeiten 
mochten die goldenen Thiere auf blauem Grunde an den gewölb- 
ten Decken im Castell von Pavia gehören, welche die Ergänzung 
zu den berühmten Wandfresken bildeten. (Anonimo di Morelli.) 
Der blaue Grund schon in den schönsten decorativen Mosaiken 
des V. Jahrhunderts.  Das späteste gemalte gothische Maasswerk, 
Gold auf blau  23. 
Zunächst musste dann die Renaissance schon vorhandene 
gothische Gewölbe decoriren;  herrliche Malereien in der Chor- 
muschel von Mantegnafs Capelle in den Eremitani zu Padua, 
grüne Festons mit weissen Bändern auf blauem Grund, dazwischen 
Figuren und Medaillons;  ferner die des Girol. Mazzola an 
den oblongen Kreuzgewölben im Hauptschiff des Domes in Parlna, 
farbige Medaillons mit Brustbildern, Putten, Festons etc; die
        

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