Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309272
KaP- 
VII. 
Malerei uhöfStucchirung 
des Innern. 
285 
VII. 
Kapitel. 
Malerei 
und 
Stucchirung 
des 
Innern. 
g. 169. 
Friese und Wanddecorationen. 
Von der decorirenden Malerei des Innern sind zunächst zu 
erwähnen die Friese {lachgedeckter Säle und Zimmer, welche als 
Mittelglied zwischen der cassettirten und bemalten Decke und 
den mit Teppichen behangenen oder sonst verzierten Wänden 
meist vollfarbig ausgeführt wurden. 
Ob aus dem XV. Jahrhundert und aus der besten Zeit des 
folgenden etwas Wichtiges von dieser Art erhalten ist?  Der 
Fries konnte fortlaufend oder mit Unterbrechung durch wirk- 
liche oder gemalte Tragfiguren gemalt sein; sein Inhalt genre- 
artig, mythologisch oder historisch; zur Zeit des Barockstyls be- 
sonders Schlachten und andere Scenen aus der römischen Ge- 
schichte; selten Landschaften und Ansichten von Gebäuden. 
(Letzteres in der obersten Halle der vaticanischen Loggien.) 
Von namhaften Mustern werden angeführt: Gio da Udine, 
Fries von Kindern, Löwen, Wappen etc. über einer als Schein- 
incrustation gegebenen Wandbemalung, nicht mehr vorhanden 
(Vasari XI, p. 305, v. di Udine).  Pordenonds Fries von Kin- 
dern mit einer Barke im Pal. Doria (zu Genua?);  Battista 
del Moro, Friese mit Schlachten im Pal. Canossa zu Verona 
(Vasari IX, p. 185, v. di Fra Giocondo);  Perin del Vaga, 
Fries mit weiblichen Figuren bei Gianettino Doria zu Genua 
(ibid. X, p. 161, v. di Perino);  Dan. da Volterras Friese 
im Pal. Farnese zu Rom (ibid. XII, p. 90, v. di Ricciarelli). Zu 
Schnellproducten werden solche Friese dann mit Taddeo Zucchero 
(ibid. XII, p. 107, 112, 118," v. di T. Zucchero.) 
Erst aus noch späterer Zeit, (1587) die Theorie dieser Friese 
bei Armenini, de' veri precetti etc. p. 185; ihre Höhe solle 
zwischen lls und 116 des Gemaches betragen, Architrav und Sims 
eingerechnet; der Inhalt pedantisch vorgeschrieben etc. Die 
W'and unter den Friesen, eigentlich für Arrazzen bestimmt, er- 
hielt doch, (Genua ausgenommen, WO sie bis auf den marmorir- 
ten Sockel weiss blieb) eine Art von Decoration, gewiss noch 
sehr schön (Arabesken) bei Perin del Vaga (Engelsburg), sonst 
aber z. B. in der Lombardie nur eine oberflächlich gemalte Schein- 
architektur von Säulen, Incrustationen und grünen Festons.  
(Ibid. p. 197 über die Friese in Gartensalons.)
        

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