Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309267
284 
Buch. 
Renaissance in Italien. 
Decoration. 
Weit häufiger waren die gemalten Wappen, deren schon 
früh sehr prächtige, mit allen irgend passlichen Zuthaten ver- 
versehene vorgekommen sein müssen, z. B. das des Giangaleazzo 
Visconti, welches die Stadt Siena 1393 an Porta Camollia malen 
liess für zwanzig Goldgulden. 1  Eine besonders reiche Wap- 
pengruppe war die bei Anlass des Empfanges der Lucrezia Borgia 
1502 am Palast zu Ferrara gemalte: ndie Wappen des Papstes, 
des Königs von Frankreich und des erlauchten Hauses Este, mit 
Engeln, Hydren und andern schönen Zierrathenxi?  Becca- 
fumfs Fagade _1nit dem Wappen Julius II. im Borgo zu Rom. 
(Vasari X, p. 77.)  Rosso Fiorentino begann seine Laufbahn 
mit dergleichen (Vasari IX, p. 68, s. v. di Rosso).  Der grösste 
aber in diesem Fache muss Jacopo Puntormo und zwar von früh 
an gewesen sein. (Vasari XI, p. 31, 33, 41, 43, v. di Puntormo.) 
Sein Ruhm stellte sich schon 1514 fest, als Leo X. nach Florenz 
kam und dessen ganzer Anhang lauter mediceische Wappen nlll 
pietre, in marmi, in tele ed in frescou machen liess; Puntormds 
Einfassung eines dieseIvWappen an der Annunziata, bestehend 
aus Tugenden, Kinderfiguren etc. entlockte selbst dem Michel- 
angelo einen Ausruf des Entzückens;  andere Wappen von 
ihm im Castell, an Casa Lanfredini, in Casa Spina zu Florenz; 
Alles wohl längst nicht mehr vorhanden, aber ohne Zweifel nach- 
klingend i11- allen bessern Wappenmalereien des XVI. Jahrhun- 
derts;  vielleicht schon in dem ebenfalls untergegangenen 
Wappen Paul's III. von Franc. Salviati an einem Palast in 
Rom, nmit einigen grossen und nackten Figuren, welche den 
grössten Beifall fandenm (Vasari XII, p. 55, v. di Salvi ti). 
Von den Wappen, welche die Regierungen in allen Oräschaften 
ihres Gebietes malen liessen (Milanesi II, p. 397. zum J. 1482) 
und vollends von den fürstlichen Wappen und Devisen, mit 
welchen Gastwirthe ihre Lokale schmückten (Lomazzo, p. 349 
mit komischer Entrüstung gegen solchen Missbrauch) ist hier 
nicht nöthig zu reden.  Auch von Wappen, welche neuge- 
wählte Beamte in den betreffenden Gebäuden malen oder meis- 
seln liessen (Pal. de, 'l'ribunali zu Pistoja, Pal. del Podesta zu 
Florenz), ist keine in künstlerischer Beziehung nennenswerthe 
Reihe vorhanden.  
1 Milanesi I, 
Diario ferrar. 
Murat. 
XXIV, 
C01. 
401.
        

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