Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309246
282 
Buch. 
Renaissance in Italien. 
Decoration. 
wohl idealisirte gleichzeitige Geschichte. iKampfe des Hercules, 
Sturz der Giganten, Geschichte der Niobe (Polidoro), Ereignisse 
aus der Odyssee, Schmiede Vulkans (Rafael), Mars und Venus 
und als Probestück der Verkürzung: der schwebende Merkur.  
Urmythen, von Rom (an Facaden aus P0lid0ro's Zeit), von Cor- 
tona etc;  Geschichten Alexanders d. Gr., Cäsars etc.;  als 
Verkürzungsprobe: der Sprung des M. Curtius (auch bei Holbein). 
 Von Zeitereignissen: Carls V. Einnahme von Goletta. 
Das Genre ist theils durch antike, theils durch völlig natura- 
listische Scenen vertreten, welche sich harmlos auch zum Heiligen 
gesellen. Antike Ringkampfe u. a. Spiele und besonders Dar- 
Stellungen von Opfern.  Eine Bauernhochzeit, ein Tanz von 
Buckligen, eine Wasserfahrt u. dgl. m. 
 Thiefe und leblose Gegenstände werden bisweilen mit der 
grössten Meisterschaft an Facaden dargestellt. Medaillonsköpfe 
in Steinfarbe kommen reihenweise vor. Friese mit Thierkämpfen; 
 Trophäen und Vasen als Beutestücke gedacht (sehr schön 
bei Polidoro);  Festons jeder Art, Masken u. s. w.  Medail- 
lons mit den Köpfen der zwölf ersten Kaiser;  mit Köpfen 
von Cardinalen etc.  (Die Fresken an Gartenmauern ä. 128.) 
167. 
der 
Ausgang 
Fagadenmalerei. 
Die Facadenmalerei liel schon geraume Zeit vor der Mitte 
des XVI. Jahrhunderts einem schnellen und gewissenlosen Betrieb 
anheim; doch gibt die Verwerthung der Motive der guten Zeit 
auch spatern Leistungen einen bedeutenden Werth, wo die Ur- 
bilder nicht mehr vorhanden sind. 
 Armenini l. c. p. 205: nach dem Tode Polidords habe sich 
der Verfall zunächst im Wiederaufkommen der (in Oberitalien 
nie aufgegebenen) Vollfarbigkeit geoffenbart.  Aus der Zeit 
seit 1530 weit das Meiste dieser Art in Genua (etwa mit Aus- 
nahme einer vortrefflichen kleinen Facade auf Piazza dell' Agnello); 
durchschnittlich von geringer Bedeutung, zumal im decorativen 
Theil;  in Florenz einigesGute aus ganz später Zeit;  in 
Verona, wo sich die Einfarbigkeit erst jetzt recht durchsetzt, 
manches Treifliche venezianischer Schule.  Lomhardische Land- 
häuser aus dieser Zeit, bisweilen völlig bemalt, z. B. eine Villa 
zu Bissuccio UHWOlÜ Varese. Facaden aus" Malerei und Stucco 
gemischt sind fast nur noch aus der Barockzeit vorhanden und 
eher an kleinen Kirchen als an Hausern. (Die bloss stucchirten 
Facaden vgl. ä. 96.) 
Auch an den geringern Arbeiten dieser' spätern Zeit wird 
man Wirkungsmittel entdecken, welche darauf hindeuten, was für
        

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