Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309176
troduzione. Die riesige Inschrift aussen am vaticanischen Palast 
(Ostseite) nach eigener Angabe Julius II., der den Bramante wegen 
seiner beabsichtigten Hieroglyphen oder Rebus auslachte (Vasari 
VII, p. 138, v. di Bramante). 
Um die Mitte des XVI. Jahrhunderts lebte in Padua der 
Priester Francesco Pociviano, genannt Mauro, welcher im Malen 
und Schreiben alle Kalligraphen und im Meisseln von Buchstaben 
alle Sculptoren übertraf und Bembo's Grabschrift im Santo 
meisseln durfte; auch für Inschriften in Fresken liess man ihn 
kommen, Seardeonius, in Graev. thesaur. VI, III, C01. 429, wo 
noch ein anderer dortiger Schönschreiber, Fortebraccio, erwähnt 
wird.   
Ueber den Zusammenhang mit der Epigraphik als Literatur- 
zweig s. Cultur d. Renaissance S. 266.  Ein ganzer Kreuzgang, 
der von S. M. sopra Minerva in Rom, unter Paul II. vpulcherrimis 
epigramniatibus historiisques geschmückt; Vitae Papar. ap. Murat. 
III, lI, Col. 1034.  Inschriften im Schlafzimmer, Ang. Poli- 
tiani carmina.  Die sehr grosse Inschrift im obern Friese von 
Pal. Pandoliini in Florenz.  Häuüg in Fensterfriesen seit 
Pal. di Venezia zu Rom Motti oder Namen in vielfacher 
Wiederholung.  
Bei Festdecorationen die bekannten hängenden Inschrifttafeln, 
welche das jetzige Italien nur noch als Theateraifichen anwendet; 
z. B. bei dem Possesso Alexanders VI. 1492: wvuna tav-ola al 
modo antico pendentem Corio, Stor. cli Milano, Fol. 451, ss., wo 
auch colossale, von Schnörkeln reich umgebene Chiffern in dem 
Schattentuch über der Strasse gerühmt werden. 
Ein heiterer Gegensatz zu der Strenge der grossen römischen 
Uncialen wird bisweilen darin gefunden, dass Kinderiiguren die- 
selben umspielen. Vielleicht am frühesten in einer Friesmalerei 
des Pordenone an "einem Privathaus in Mantua.1  Dann an 
dem Ohorstuhlwerk des Fra Damiano in S. Domenico zu B0- 
logna, ä. 152.    
Die Kalligraphie, in der italienischen Schrift des XV. Jahr- 
hunderts auf höchste Einfachheit und Schönheit gerichtet, über- 
lebte auch das Eindringen des Bücherdruckes trotz der vor- 
herrschenden Eleganz desselben noch lange. Das Bedürfniss nach 
Miniaturen hielt sie am Leben. Der Kalligraph des Miniators 
Clovio, Monterchi, wird erwähnt. 2 Die Kalligraphen nennen sich 
in der Regel selbst. 
1 Vasari IX, p. 34, v. di Pordenone, 
Vasari XIII, p. 132, v. di Clovio. 
und Armenini , 
205.
        

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