Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309160
274 
Buch. 
Italien. 
Renaissance 
Decoration. 
motiven gänzlich emancipirte, die noch in jenen römischen Mosaiken 
kenntlich sind; es handelt sich jetzt nur noch um Linien, welche 
das Auge richtig leiten und um Massen, welche den einzelnen 
Theilen des Raumes richtig entsprechen. 
Dass das Bodendessin, wenn eine reicher verzierte Flachdecke 
vorhanden ist, dem Deckendessin entsprechen müsse, wird seit 
der Laurenziana (ä. 158) als etwas sich von selbst Verstehendes 
angenommen, z. B. bei Armenini, de' veri precetti, p. 159. 
Laut Vasari X, p. 274, .v. di Tribolo könnte es scheinen, 
als 0b die Idee letzterm angehört hätte, allein wenn M. An- 
gelo die Decke entwarf, so sorgte er wahrscheinlich auch für 
den Fussboden. Der letztere besteht aus einer Zeichnung in 
weissem und rothem Backstein, welche damals und später in 
nichtkirchlichen Gebäuden häufig vorkam und eine schöne Wir- 
kung gestattet. 1 
In bunt glasirten Bodenplättchen hatte das Mittelalter schon 
das Mögliche geleistet. Die wenigen erhaltenen Beispiele aus 
der Renaissance, die dem Verfasser bekannt sind, zu Bologna in 
S. Giacomo Maggiore (Cap. Bentivoglio) und in S. Petronio 
(5. Cap. links). Im XV. Jahrhundert ist das Dessin meist noch 
etwas relieiirt; so war es in der (nicht mehr vorhandenen) Sacri- 
stei v. S. Elena zu Venedig 1479, wo die länglich sechseckigen. 
weiss und blauen Plättchen abwechselnd einen schwarzen Adler 
und einen Zettel mit dem Namen der Stifter, Giustiniani, ent- 
hielten; zu den prächtigen Intarsien der Wandschränke gewiss 
die zierlichste Ergänzung. 2  Ein Verding solcher Platten zu 
[Siena 1488, Vasaris VI, p. 141, Nota, v. di Signorelli.  Die 
jetzt ganz ausgetretenen in den vaticanischen Loggien, welche 
Rafael bei den Robbia in Florenz bestellte, 3 waren glatt. Die- 
jenigen im unzugänglichen obersten Stockwerk der Loggien, aus 
der Zeit Pius IV., sollen besser erhalten sein. 
161. 
Die Inscriptionen und 
Schönschreiber. 
die 
Die Inschriften als integrirender Theil von Kunstwerken 
Wurden in diesem Zeitalter den römischen Inscriptionen der besten 
Zeit nachgebildet. Da der Buchstabe für schön gilt an sich, so 
wird er bisweilen in riesiger Grösse angewandt, wie eine andere 
Kunstform. ' 
Die Inschrift an der Fagade der S. M. novella, in Florenz, 
von L. B. Alberti, in Porphyr incrustirt; Vasari I, p. 98, In- 
1 Vasari I, p. 177 , Introduzione. 
Vasari VIII, p. 42, v. di RaHaello. 
Sansovino, 
Venezia, 
fol.
        

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