Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308977
Kap 
Holz. 
Arbeiten in 
255 
ist nur, dass die nicht {igurirten Intarsien im XV. Jahrhundert 
im Ganzen das Uebergewicht haben und dass die ganz grossen 
Unternehmungen von reichfigurirten erst um 1'500 beginnen. 
Dann soll Brunellesco, der Gründer der Perspectivik, die Intar- 
siatoren ganz besonders auf bauliche Ansichten hingewiesen 
haben (III, p. 197, v. di Brunellesco). Der dicke Holzarbeiter, 
der in der bekannten Novelle sein Opfer wird, hicss Manetto 
Adamantini. 
Die wichtigsten erhaltenen Arbeiten ganz oder überwiegend 
perspectivischer Art sind die Intarsien der Stuhlwerke im Dom 
von Siena (1503) von Fra Giovanni da Verona, an den Thiiren 
der von Rafael gemalten Zimmer im Vatican (von Fra Giovanni, 
die geschnitzten Theile von Gian Barile),  in der Sacristei 
von S. Marco zu Venedig (1520 und f. von Antonio und Paolo 
da Mantova, Vincenzo da Verona u.  wo die-Wunder des 
h. Marcus wesentlich als Staffage grosser Stadtansichten dienen, 
 in der Cap. S. Prosdocimo bei S. Giustina in Padua,  in 
S. M. in Organo zu Verona (1499, von Fra Giovanni) und ganz 
besonders in S. Giovanni zu Parma (von Zucchi und Testa);  
auch in einer Capelle von S. Petronio zu Bologna Treffliches 
(von Fra RaiTaeIe da Brescia);  ebenso in S. Giovanni in 
Monte ebenda (1523, von Paolo Sacca).  Von Giuliano und 
Antonio da Sangallo (s. deren Leben Vasari VII, p. 229 s. und 
Nota nebst Commentar p. 230, ss.) sind mit Ausnahme der per- 
spectivischen Intarsien im Domchor zu Pisa wohl keine mehr 
erhalten.  Die Cainera della Segnatura hatte Anfangs ringsum 
unter den Fresken ein (Ietafel mit perspectivischen Intarsien von 
Fra Giovanni wie die Thüren; (Vasari VIII, p. 20, v. di Raifaello; 
X, p. 166, s. v. di Perino.) Ueber diesen Meister überhaupt 
IX, p. 196, ss. und Nota v. di Fra Giocondo.  Ebenfalls unter- 
gegangen: die ganze reiche Ausstattung von S. Elena zu Venedig, 
die Sacristeischränke und die Chorstiihle, deren Intarsia von 
lffra Sebastiano da Rovigno um 1480 nicht weniger als 34 An- 
sichten berühmter Städte enthielten. 1 Auch das berühmte Stuhl- 
werk im Chor des Santo zu Padua, von den Brüdern Lendenara, 
über welches schon im XV. Jahrhundert eigene Schriften er- 
schienen, ist nicht mehr vorhanden. 2 
Am nächsten hängen hiemit zusammen die Innen-Ansichten 
von Schranken mit leblosen Gegenständen, gottesdienstlichen 
Gerathen, Büchern, Musikinstrumenten u. s. w. Sie kommen 
nicht bloss an Schrankthüren vor, sondern häufig auch an 
Chorstühlen, zumal am untern Theil der Rücklehnen. Es sind 
vielleicht die frühesten Stillleben der modernen Kunst, oft mit 
1 Sansovino, Venezia, 
175, v. di lülantegna. 
fol. 
Vgl. 
Note zu 
Selvaticds 
Vasari V,
        

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