Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308942
252 
Buch. 
Renaissance in Italien. 
Decoration. 
dass z. B. in Siena noch 1370 ein Holzleuchter, 1375 ein Stimm- 
zettelkasten, 1380 ein Reliquienschrein, und 1412 ein Sacristei- 
Schrank, sowie ein ganzes grosses Ghorstuhlwerk (s. unten) mit 
Bemalung vorkommen. 1 Giotto hatte ja die Sacristeischränke 
von S. Croce in Florenz mit seinen berühmten Täfelchen (Leben 
Christi und des h. Franz) geschmückt.  Auch der Archiv- 
schrank, den die Florentiner 1354 mit 22 Goldgulden bezahlten, 
war wohl ein farbiges Prachtwerk. 2 
Die rein plastische Ausbildung des einrahmenden Elementes 
konnte sich erst vollziehen, als vor Allem die Flächen nicht 
mehr der Malerei, sondern dem gedämpften Vortrag der Intarsia 
gehörten, mit welchem nun die geschnitzten Theile ein harmo- 
nisches Ganzes ausmachen sollten. Die letzte Werkstatt, aus 
welcher bemalte Holzarbeit jeder Gattung in grosser Menge her- 
vorging, die des Neri de' Bicci, vgl. Vasari II, p. 256, Comment. 
zu v. di Lor. Bicci. 
Die Intarsia ist eine jüngere Schwester des Mosaiks und der 
Glasmalerei. Sie setzt, wie alles absichtliche Verzichten auf 
reichere Darstellungsmittel, schon eine hohe Verfeinerung des 
künstlerischen Vermögens voraus. 
Eine frühe Stätte derselben war in Orvieto, dessen Mosaik- 
facade auch dem Holzmosaik rufen mochte. Die frühesten be- 
kannten Arbeiter aber, welche 1331 das Stuhlwerk des Chores 
mit eingelegter Arbeit aus Ebenholz, Bux, Nussholz und Albuccio 
versahen, waren fast lauter Sienesen, und ebenso der damalige 
Dombaumeister Giov. Ammanati, welcher die Vorzeichnung an- 
gab; 3 dazwischen kommen jedoch wieder bemalte Arbeiten 
und zwar in Siena selbst, wo das bereits berühmte Stuhlwerk 
des Domchores von 1259 (l. c. p. 139) einem seither ebenfalls 
verschwundenen spatern 1363 bis 1397 weichen müsste (1. c. 
p. 328  Dasselbe war reich ßgurirt und noch grössern 
Theils oder ganz bemalt oder vergoldet; von Intarsia wird nichts 
gemeldet. Es mag das letzte gothische Stuhlwerk höhern Ranges 
gewesen sein.  Auf der Schwelle zum neuern Styl steht dann 
das jetzige Stahlwerk im Dom von Orvieto, von dem Sienesen 
Pietro di Minella, (in Arbeit vor 1433), mit sehr vollkommen 
behandelter lntarsia im Figürlichen sowohl als im Ornament. 
(Fig. 142.) 
Noch um die Zeit des Anfanges der Renaissance finden sich 
in Einem sienesischen Meister, Domenico di Niccolo, die drei 
verwandten Künste beisammen: Intarsia, Glasmalerei (oder wenig- 
stens Glaserei), und figurirtes Bodenmosaik (Milanesi II, p. 238  
1 Milanesi I, p. 29, 
Valle, storia. del duomo 
p. 199.  
31, 46:  2 Gaye, 
dx Orvleto, p. 109 
carteggio I, p. 
und Doc. 31, 
501. 
vgl- 
 8 Della. 
Milanesi I,
        

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