Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308849
242 
Buch. 
in Italien. 
Renaissance 
Decoration. 
Die ersten bedeutenden plastischen Wandaltiire der Renais- 
sance sind wohl die glasirten Thonreliefsi des Luca della Robbia 
und seiner Schule im Dom von Arezzo und in mehreren iioren- 
tinischen Kirchen (S. Croce, S.S. Apostoli etc.) meist mit be- 
scheidener decorativer Einfassung. 
Dann werden bisweilen grosse, aus Malerei und bemaltem 
Stucco, auch wohl gebrannter Erde gemischte Wandtabernakel 
versucht, z. B. derjenige in S. Domenico zu Perugia, 1459 von 
dem Florentiner Agostino di Guccio.  Zu Padua in der Ere- 
mitanerkirche zwei solche, zwar ohne Altartische, aber vielleicht 
dafür bestimmt, 1511.  Bei der Entschlossenheit dieser Kunst- 
epoche in farbiger Sculptur und Gewölbestuccatui- liesse sich 
wohl eine häufigere Anwendung dieser Zierweise auf die Altäre 
erwarten.  
Der Marmorwandaltar, oft mit den herrlichsten Arabesken in 
seinen decorativen Theilen, nimmt die verschiedensten Gestalten 
an, von dem blossen umrahmten Relief bis zur Triumphbogen- 
form, Wobei das mittlere Feld einem besonders verehrten Heilig- 
thum (Sacramenthäuschen, Madonnenbild) oder einer Relieffigur 
oder einer Statue gewidmet sein kann. Eine obere Lunette 
enthält bisweilen ein Relief von höchstem Werthe. 
Altäre des Mino da Fiesole und seiner Schule in der Badia 
zu Florenz, in S. Ambrogio ebenda; in S. M. del Popolo zu 
Rom u. s. w. Im XV. Jahrhundert ist die Sculptur zumal der 
Seitenfiguren in der Regel Hochrelief, doch z. B. auch Freisculp- 
tur an Civitalils St. Regulusaltar im Dom von Lucca 1484. Das 
Meisterwerk des Marrina in Fontegiusta zu Siena,  135.  
Ebenda im Dom der Altar Piccolomini; eine grosse Nische mit 
Sculpturen ringsum, in deren Tiefe sich der eigentliche Altar 
mit einem besondern Prachtaufsatz befindet. Besonders edel 
und mit den schönsten Engeln in den Füllungen neben dem 
mittlern Bogen: Der Altar des Cardinal Borgia, spätern Alexan- 
ders VI. in S. M. del Popolo zu Rom. 
Im Dom von Como Rodarfs Marmoraltar (1492) und ein 
prachtvoller grosser Schnitzaltar, farbig und vergoldet.  Eine 
Anzahl von spatern reich decorirten Marmoraltären zu Neapel 
besonders in Monteoliveto. 1  Marmorrahmen um Gemälde 
besonders in Venedig, bisweilen reich und schön; als perspec- 
tivisch berechnete Fortsetzung der im Bilde dargestellten Archi- 
tektur (vgl. Cicerone S. 261. Anm). 
1 Vasari IX, 
Michelangelo 
Siena. 
da
        

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