Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308815
Kap 
Sculptur 
Decorative 
Stein. 
239 
Das isolirte Grab kommt in Italien nur in einzelnen Bei- 
spielen vor; dasjenige Martins V. im Lateran, mit Filaretds 
Bronzeügur des Papstes in flachem Relief;  das des Cardinals 
Zeno in S. Mareo, ebenfalls Bronze, mit Statuetten am Sarko- 
phag etc.;  endlich das vom Motiv des Paradebettes ausgehende 
eherne Grabmal Sixtus IV. in S. Peter von Pollajuolo. 
Das Grabmal Turriani in S. Fermo zu Verona ist nur 
noch als Fragment vorhanden (eherne Sphinxe, welche den Sar- 
kophag trugen, von Andrea Rieeio. 
142. 
Grabmäler des XVI. 
Jahrhunderts. 
Bald nach Beginn des XVI. Jahrhunderts beginnt die oben 
(ä. 137) bezeichnete Absorption der Decoration auch an den 
Grabmälern, wenngleich nur allmälig. 
Ueber Michelangelds Stellung zur Decoration a. a. O. Von 
seinen gewiss sehr eigenthümlichen Grabmäler-Ideen für Dante 
(1519) und für das Wunderkind Ceechino Bracci (1544) ist 
nichts erhalten; das Grab des Marchese di Marignano im Dorn 
von Mailand, seine letzte Composition dieser Art (1560), ist eine 
gleichgültige Architektur mit {guten Seulpturen des Leone Leoni. 1 
Ausser aller Linie stand freilich die grosse Phantasieaufgabe, die 
das Werk seines Lebens hätte werden sollen, das Grab Julius II. 
Die Skizze eines ersten Projektes dazu, dbägincourt, Sculptur, 
Tab. 46. . 
Ob die nmaravigliosa sepulturau, für welche Rafael die Sta- 
tuen des Jonas und des Elias (Cap. Chigi in S. M. del Popolo 
zu Rom") arbeitete oder arbeiten liess, ein Gegenstück zum Grabe 
JuliuslL, wenn auch in geringerrn Maassstab bilden sollte? 2 
An den zum Theil riesigen Gräbern des Jacopo Sansovino 
und seiner Schule in Venedig und Padua ist Weniger decoratives 
Detail als z. B. selbst an seiner Bibliotheca. Er theilte ohne 
Zweifel die Ansicht Michelangelds. 
Unter dein Einfluss nordischer Iüirstengraber mit symmetri- 
schen knieenden Figuren oben entstand das künstlerisch unbe- 
deutende Prunkgrab des Pietro di Toledo in S. Giaeomo degli 
Spagnuoli zu Neapel, von Gio. da Nola. 
Die Typen der Zeit von 1540 bis 1580, zum Theil auch der 
folgenden Barockzeit: Der Sarkophag mit grossen darauf, daran, 
daneben sitzenden, lehnenden oder stehenden Statuen in einer 
jetzt tiefen, womöglich halbrunden Nische;  und die mit 
1 Vasari XII, p. 260, 357, 391, 401, v. di Michelangelo. 
mentar. 7- 2 Vasari VIII, p. 47, v. di Raifaello. 
sammt 
Com-
        

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