Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308678
KaP- 
Stein. 
Sculptur in 
Decorative 
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in S. Giovanni e Paolo etc.  In der Arabeske hat alles sich 
schliingelnde Rankenwerk eine ungemein viel bessere Bildung, 
als die senkrecht aufspriessenden vegetabilischen Motive und 
vollends die trophäenartigen. 
Im übrigen Oberitalien scheidet sich ein Marmorstyl und 
ein Styl in Backstein, Stucco u. a. weniger edlem Material. 
Der letztere hat seinen Hauptanhalt an Bologna, wo die vor- 
handenen Marmorsachen sogar weniger eigenthümlich sind als 
diejenigen in den genannten Stoffen; in diesen das beste von 
Formigine und Properzia de, Rossi. (Es wird jedoch auch ein 
Marmorarbeiter, Jacopo Duco um seines Laubwerkes willen be- 
sonders gerühmt; Vasari IV, p. 251, v. di Ereole Ferrarese.)  
Sehr eigenthümlich das prächtige Stuccograbnial Gozzadini in 
der Servitenlgirche, von Gio. Zacchio. Die bedeutendste Back- 
steindecoration ist wohl diejenige an der Fagade des Ospedal 
maggiore zu Mailand (Fig. 129, vgl. ä. 44, 107), und an den 
Hofhallen der Certosa zu Pavia (Q. 46). Im Ganzen ist die 
Decoration in diesen unedeln Stoffen bei aller Kraft und Fülle 
weniger fein empfunden und wird besonders im Stucco mit der 
Zeit ziemlich schwülstig. 
Der Marmorstyl hat seine wichtigste Stätte an der F acade 
der Certosa zu Pavia (ä. 71), wo sehr namhafte Meister sowohl 
Decoration als Bildwerke übernahmen: Gio. Ant. Amadio, Cri- 
stoforo da Roma  135), Andrea Fusina  135), Cristoforo 
Solari, genannt il Gobbo  67), Agostino Busti, genannt Bam- 
baja u. a. m. Von einziger Pracht und Schönheit sind, besonders 
die Candelaber als Fensterstützen und die Ausstattung der Fen- 
ster überhaupt. (Fig. 130.) Dazu kommt noch Manches von der 
Decoration des Innern;  ferner eine Anzahl von Altären und 
Grabmälern in mailändischen Kirchen (S. M. delle Grazie etc), 
Arbeiten im und am Dom von Como, an der Facade von Lu- 
gano, die Cap. Colleoni zu Bergamo, Altareinfassungen in den 
Kirchen von Vicenza, auch zu Verona;  endlich im Santo zu 
Padua die Decoration der Pfeilerhalle, welche den Eingang der 
Antoniocapelle bildet, von Matteo und Tommaso Garvi aus dem 
Mailandischen, mit Hülfe des Vicentiners Pironi. (Ueber diesen 
und den Giovanni von Vicenza, welche in ihrer Heimath viel 
gearbeitet haben, Vasari XIII, p. 105, v. diJac. Sansovino.) 
Das Gemeinsame dieses oberitalischen Marmorstyles gegen- 
über dem florentinischen liegt in seiner reichen, unbedenklichen 
Fülle, welche sich auch auf die Umdeutung gothischer Formen 
einlässt. Die Pyramiden des Domes zu Como, ä. 81; die vor- 
tretenden Portalsalulen, ä. 37, 51, jetzt bisweilen zu prachtvollen 
selbst mit Figuren reich besetzten Candelabern umgestaltet; z. B. 
am Seitenportal des Domes zu Como und an der oben erwähnten 
Kugler, Gcsch. d. Baukunst. IV. 15
        

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