Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308628
220 
Buch. 
Italien. 
Renaissance in 
Decoration. 
Im Jahr 1506 heissen (Lettere pittoriche III, 196) Giovan An- 
gelo Romano und Michel Cristofano aus Florenz ni primi soul- 
tori di Romau und diesen möchte manches vom Besten angehören. 
Die spätesten Florentiner, welche noch berühmte Decorato- 
ren und Bildhauer zugleich waren: Andrea da F iesole (V asari VIII. 
p. 137, ss., v, di A. da Fiesole) und Benedetto da Rovezznno 
(ibid. p. 176. ss., v. di Rovezzano); letzterer arbeitete z. B. 
Kamine, Handbecken, Wappen mit Bandwerk, Grabmaler, Pfor- 
ten und ein Heiligengrab, welches jetzt stückweise in den Ufiizien 
aufgestellt ist; seine Arabeske ist schon derber als die der 
Vorgänger. 
Von den Schülern des Andrea, Maso Boscoli und Silvio 
Cosini (beide von Fiesole) wurde der letztere mit der Zeit Exe- 
cutant bei Michelangelo und dann in Genua bei Perino del Vaga 
für Stuccaturen. 
In den glasirten Thonarbeiten der Schule der Robbia ist die 
Arabeske, im Bewusstsein des Weniger feinen Stoffes, bescheidener 
als in Marmor; allein die kräftige Composition des Ganzen, die 
herrlichen Fruchtschnüre und die weise Abwechselung von bloss 
Plastischem und bloss Gemalte-m geben diesen Sachen einen sehr 
hohen Werth (Altäre, Heiligennischen. der Sacristeibrunnen in 
S. M. novella zu Florenz etc.) Ihre Farben bloss: gelb, grün, 
blau, violett und weiss. 
Das 
ä. 136. 
übrige Italien. 
Die Decoration des Palastes von Urbino erscheint als eine 
zwischen toscanischer und oberitalieniseher Einwirkung getheilte. 
Neapel und Genua besitzen wenig Einheimisches von höherm 
Werthe. Oberitalien bildet ein Gebiet für sich. 
Im Pal. v. Urbino prachtvolle lhüreinfassungen  134), 
Kamine (Fig. 128), Simse, zum Theil an Bolognesisches erinnernd; 
Einiges mit Gold und Blau bemalt.  Neapel zehrt im 
XV. Jahrhundert von Florenz (Grabmaler von Rossellino, Dona- 
tello etc.) und erhält erst spät im XVI. Jahrhundert mit Gio- 
vanni da Nola, (iirolamo Santacroce, Domenico di Auria eine 
selbständige Schule von Decoratoren-Sculptoren, als im übrigen 
Italien die Gattungen sich bereits schieden (Grabmäler in vielen 
Kirchen, Brunnen des Auria bei S. Lucia).  Genua nimmt 
im XV. Jahrhundert wesentlich am oberitalienischen Style Theil; 
das Beste eine Anzahl lhüreinfassungen, worunter die pracht- 
volle, von einer Kirche entlehnte, in einem Hause auf Piazza 
Fossatello. Im XVI. Jahrhundert die Arbeiten des Montorsoli 
und mehr classicistisch: der Tabernakel der Johannescapelle im 
Dom (ä. 80) von Giac. della Porta 1532.
        

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