Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308580
216 
Buch. 
Italien. 
Renaissance in 
Decoration. 
der Geschichte des Ornamentes sich speciell an das in Stein, 
zumal in Marmor Gemeisselte halten müssen und innerhalb der- 
selben vorzüglich an die Arabeske. 
Rabeschi im engern Sinne sind nur die aufsteigenden Fül- 
lungszierrathen der Pilaster, wie aus dem Zusammenhang bei 
Lomazzo, trattato dell' arte, p. 421 (vgl. ä. 137) hervorgeht, 
wo sie von den Friesen (fregi) unterschieden werden. Doch be- 
zeichnen schon die Italiener damit jede Art von ausfüllendem, 
zusammenhängendem Zierrath, von Verherrlichung der Fläche. 
Die Aufgabe war: die mehr idealen oder mehr realen Pflan- 
zen sowohl in Betreff der Blätter als der Verschlingungen und 
Windungen edel zu bilden. sie mit belebten sowohl als leblosen 
Gegenständen richtig zu vermischen, oder wenn das Grundmotiv 
statt einer Pflanze mehr eine 'l'rophäe ist. dieselbe aus schönen 
und unter sich anmuthig zusammenhängenden Gegenständen zu 
componiren. 
Die Pflanzen, die idealen meist dem Akanthus und dem 
Weinlaub sich nähernd, die realistischen allen möglichen Blättern 
und Früchten nachgebildet, beginnen unten gerne mit einem 
Candelaber oder Gefäss, ja bisweilen bildet der Candelaber, mit 
Zwischenschalen u. a. reichen Absätzen, bis oben den Stamm, 
um welchen die Blätter spielen. An Kirchenpforten erklärt sich 
das Motiv als ideales Nachbild eines festlichen Laubschmuckes. 
Nistende und pickende Vögel beleben oft das Ganze. (Benv. 
Cellini I, 31 bemerkt, dass in der lombardischen Decoration 
Epheu und Zaunrübe, in der toscanischen und römischen der 
Bärenklau, d. h. der Akanthus herrsche.) 
Die mehr trophäenartigen Arabesken bestehen zum Theil 
aus Waffen, die an einem Stabe befestigt sind (so vorherrschend 
an den Thürpfosten im Pal. v. Urbino) meist aber aus einer 
originellen Mischung aller möglichen belebten und todten Gegen- 
stände. Auch an heiligster Stätte, in den Arabesken der Marmor- 
altäre war man über das Sachliche ganz unbedenklich; es kom- 
men wohl etwa heilige (ieräthe, Cherubim u. dgl. vor, aber meist 
ganz Profanes und Beziehungsloses. Wiederum verwandelt sich 
der Träger des Ganzen in einen aus candelaberartigen Gliedern 
zusammengesetzten Praohtkörper, an welchem Thiere, Fabelwesen, 
Thierköpfe, menschliche Gestalten, ja kleine Gruppen als 'l'räger, 
Draperien, Putzsachen, Wappenschilde, Wlaüfen, Bänder, Kränze 
mit Medaillons, Füllhörner und andere anmuthige Sachen ange- 
bracht sind.  Das Alterthum hatte es, von seiner Uebung in 
Trophäenfriesen aus, auch wohl einmal zu einer aufsteigenden 
Trophäenverzierung gebracht, wie z. B. an zwei Pfeilern in der 
Galerie der Ufüzien, welche misslungen genug sind; es hatte 
auch wohl (ä. 131) Feldzeichen in seine Pilaster aufgenommen;  
allein von der Vielartigkeit des Reichthums und von der sichern
        

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