Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308508
208 
Buch. 
Renaissance 
Italien. 
Architektur. 
Stelle traten später Zeughaus, Bibliothek und Braccio nuovo, 
so dass die majestätische Längenperspective des Hofes und Gar- 
tens verloren gegangen ist. Bandinelli erwähnt weiterAnlagen, 
welche Rafael für Leo X. und für Clemens VII. gemacht habe; 
letzteres nur dann richtig, wenn Rafael in Villa Madama für 
den Cardinal Giulio Medici, später Papst Clemens, auch den 
Garten angelegt haben sollte. 
Die Treppe, Welche bald auch in den Palästen um des sym- 
metrischen Anblickes willen sich zur Doppeltreppe ausbildet 
(ä. 106), wird in Gärten höhern Styles schon früher verdoppelt. 
Die mittlern Absätze, wo möglich in der Hauptaxe der ganzen 
Villa liegend, verlangen nun eine besondere Ausstattung. haupt- 
sächlich durch Grotten und Brunnen. 
Zwei Doppelrampen über einander, mit einer Art von Grot- 
ten in dem ebengenannten grossen Hof Bramantes  Früher 
symmetrischer Treppenbau mit lllarmorbalustraden und sogar 
mit Hallen im untern Garten des Pal. Doria zu Genua, von 
Montorsoli seit 1529. Hauptbeispiel auch hiefür: Villa d'Este 
zu Tivoli (ä. 120, 124"), wo indess die Doppeltreppen und deren 
mittlere Nischen etc. schwerlich alle der ersten Anlage von 1549 
angehören mögen.  Von Alessfs Villen: V. Pallavicini. 
Die kleinern, mehr zierlichen Elemente, Blumenbeete, 
Orangenpiianzungen, Statuen, kleinere, schmuckreiche Fontainen, 
früher durch den ganzen Garten zerstreut, werden gegen Mitte 
des XVI. Jahrhunderts ausgeschieden zu einem sog. Prunkgarten 
(auch giardinetto), d. h. zu einem besonders regelmässigen Par- 
terre in der Nähe des betreffenden Palastes oder Villengebäudes. 
Die Lage ist wo _möglich vertieft, windstill und gegen Süden, 
die Wege sind mit Steinplatten belegt. Der Styl ist nahe ver- 
wandt, ja fast identisch mit dem der Gärten in Palasthöfen. 
Bereits vorhanden in dem grossen Garten hinter dem Va- 
tic-an, offenbar als sonniger Spazierort in den kaltern Jahres- 
zeiten. Später allgemeines Requisit der grössern Villen. (Ob 
dieser aussere vaticanische Garten, welcher u. a. die Villa Pia, 
g. 117, 120, enthält. eine Anlage des jüngern Ant. da Sangallo 
sein mag? Ein Plan nper la vignia del Papas ist noch von 
ihm vorhanden, Vasari X, p. 81, Comment. zu der v. di San- 
gallo.) Der oben genannte innere vaticanische Garten (Bramantes) 
wahrscheinliches Vorbild.  
g. 127. 
mächtigern Vegetation. 
Mitwirkung der 
Wie frühe die mächtigern Bänme als lllassen geordnet in 
die Composition aufgenommen wurden, ist nicht auszumitteln; 
einzeln und in Alleen und kleinem Gruppen hatten sie nie ge-
        

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