Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308426
200 
Kap- 
Italien  
Renaissance in 
Architektur. 
lage; nur darin verkannte Palladio die wahre Kunstform der 
Villa, dass er nicht immer die Iilagade selbst unten als Loggia 
öitnete, sondern vor die geschlossene Mauer einen Tempelpor- 
tikus selbst mit Giebel treten liess; und auch, wo die Fagade 
selbst sieh öffnet, entsteht statt einer echten Loggienform meist 
wieder eine Tempelhalle, sogar zweistöckig mit Giebel. 
Von den Casinois dieser Zeit hat die Palazzina in Ferrara 
noch einen Schimmer der ehemaligen Grazie, dagegen ist die 
Villa Pia (ä. 117:) im grossen vatieanischen Garten, von Pirro 
Ligorio um 1560 vollständig erhalten: an einer ovalen Terrasse 
hinten das Gebäude selbst, vorn ein Vorpavillon mit Unterbau, 
an den beiden Rundenden kleine Eingangshallen; das Ganze be- 
rechnet auf Stuccaturen, Brunnen und bestimmte vegetabilische 
Umgebung; letztere allein fehlt. (Fig. 117 auf S. 193.) 
ä 
f i. ;ß 
  
 IWIIIW 
g. 121. 
der Barockzeft. 
Villen 
In der Barockzeit von 1580 an wurde Rom und Umgebung 
die wichtigste Stätte für die weitere Ausbildung der Landvilla 
sowohl als der Villa suburbana. Die erstere fügt sich im Detail 
den mürrischen Formen des damaligen Stadtpalastes, rettet sich 
jedoch die Loggia als Hauptmotiv. (Fig. 123.) Die letztere, im 
Grundplan jetzt oft vorzüglich schön und als Vergnügungsauf- 
enthalt mit luftigen Hallen und bequemen Treppen mustergiiltig, 
dringt doch ebenfalls nirgends mehr zu einem reinen Ausdruck 
in den Formen durch. Rustica und gleichgiiltige lllauereinfas- 
sungen aller Art" contrastiren mit den eingesetzten antiken Reliefs, 
dem speziellen Luxus von Rom. Grösseren Villen entsprechen 
jetzt besonders kleine Casinds auf anderm Niveau, aber der- 
selben Axe.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.