Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308332
KRP- 
XIV. 
Die Villen. 
191 
mit eckigen und mit gemischten, aus runden und geraden Linien; 
eine innere" Verbindungshaille, sinus interior, um welche Alles 
herum gruppirt zu denken ist, Alles mit Einem Xiveau, bloss 
Erdgeschoss; conclaviazZimmer, coenacula I Säle. Als maleri- 
scher WTandschinuclz werden Landschaften mit bucolischer oder 
Genrestaffage empfohlen. 
Die Abwechselung der Räume auch bei Sannazar. eleg. 
L. III. 3, de exstruenda domo 1496-1501: nJungantur longis 
quadrata, obliqua. fütlllldiSß Den mittlern Sinus denkt er sich 
bereits oval oder auch rund: 
Aedibus in nlediis parvi sinus amphitheatri 
Visendas regum praebaet historias. 
Die Villa, welche Sannazam dann wirklich am Posilippo 
baute, wurde Während der folgenden Kriege von den Spaniern 
unter Philibert von Oranien verwüstet. Sannazar, darob schwer 
erkrankt, hatte 1580 noch die Freude zu yernehmen, dass Phili- 
bert umgekommen sei, und erklärte, dass er nunmehr gerne 
sterbe. da der den Musen feindliche Barbar seinen Lohn erhal- 
ten habeß 
Die Villenprojecte im VII. Buche des Serlio, soweit sie als 
Villae suburlaanae zu fassen sind, bilden lauter abgeschlossene 
Einzehäiuine, deren Verbindung fast nur (lurch diesen inittlern 
Sinus oder Saal geschieht; dieser rund, oval, achteckig oder Vier- 
eckig, bereits mit einer Lanternina auf der Mitte. Ist der Saal 
oblong, so stehen sich an den beiden Langseiten in der Mitte 
Buffet und Kamin gegenüber Was zur Bedienung gehört, im 
Kellergeschoss; Vorrathe etwa in einem verhehlten Obergeschoss 
mit Luken; die Einstöckigkeit dem Scheine nach immer noch 
streng durchgeführt, thatsächlich die kleinern Raume häuiig 
halbirt. Bisweilen die einzelnen Theile sehr absichtlich von 
einander isolirt und selbst mit dem mittlern Saal nur durch 
Gange etc. zusammenhängend.  
Noch Palladio und Scamozzi (architettura, L. III) halten 
den grossen ltlittelraum fest und charakterisiren ihn nach aussen 
bisweilen als Kuppel; Steigerung der Aufgabe durch Zweistöckig- 
keit und Treppen. 
Dagegen die römischen Baumeister SOWOhl der besten als 
der sinkenden Zeit componiren den Bau als Oblongum, so dass 
etwa eine vordere und eine hintere Halle parallel laufen und 
kein Centralrauni entsteht. 
Paul. 
Jov. 
sub. 
Elogia 
Sannazario.
        

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