Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308284
186 
Buch 
in Italien. 
Renaissance 
Architektur. 
marschiren liessen, waren ausser den Vorbauten aller Art be- 
sonders die Strassenhallen zuwider, welche früher in mehreren 
Städten vorgeherrscht haben müssen. wo sie jetzt nicht mehr 
sind. Rom und Neapel haben aus politischem Grunde keinen 
Hallenbau. 
Als König Ferrante von Neapel 1476 Sixtus IV. besuchte, 
machte er dem Papste begreiflich, er könne sich nie wahrhaft 
als Herrn von Rom fühlen, so lange die engen Strassen. die 
Erker und die Portiken vorhanden seien. Zunächst unter dem 
VOYWELHClG der Piiasterung begann 1480 deren Demolition. 1 Six- 
tus widmete der Sache den grössten persönlichen Eifer und 
sparte auch die Gewaltthaten nicht. 2 
Frühere Correctionen von Rom unter Nicolaus V., der u. a. 
durch Demolitionen den Platz an der Engelsbriicke schuf, 
nachdem beim Jubileum von 1450 Hunderte von Menschen" 
(larauf erdrückt worden waren. Sixtus IV. baute Ponte Sisto 
u. a., um bei Jubileen den Riickstroin der Pilger auf diesen 
Weg zu leiten.  Pius II. zbenützte in Viterbo 1462 den An- 
lass seiner prächtigen Frohnleichnamsfeier (ä. 187), um in der 
Hauptstrasse alle Vorbauten und Erker zu zerstören, indem 
öffentlichen Besitz, was ihm entzogen war, zuriickzuerstatten.u 3  
Später corrigirte Clemens VII. in Rom sehr rücksichtslos und 
ohne Vergütung an die Beeinträchtigten. 4 
In Neapel Waren auch nach Ferrante noch manche Portiken 
übrig, darunter antike, grottenähnliche, wo sich Räuber und 
Mörder aufhielten. Dieses Alles. sammt den noch vorhandenen, 
ebenfalls polizeilich gefährlichen Vorbauten liess der Vicekönig 
Toledo seit 1532 zerstören. 5  Wie zur Schadloshaltung thürmt 
der neapolitanische Philosoph Campanella. in seiner wSonnen- 
stadtm Hallen auf Hallen.  Landstädte mochten ihre Portiken 
behaupten, während Residenzen sie verloren. 
114. 
Der Platz 
in monumentalem 
Sinne. 
Von grössern neuen Gesaimmtanlagen oder Umbauten kom- 
men zunächst die Piazze in Betracht, welche vielleicht seit dem 
Alterthum die Stelle des Forums der betreffenden Stadt einge- 
nommen und sowohl durch ihre Hallen als durch die anstossende 
Kirche (oder Hauptkirche) an dessen Portiken und Tempel er- 
1 Infessura, bei Eccard, seriptores II, 
terran. bei Murat. XXIII, C01. 166, 185. 
3 Vitae Papan, bei Murat. III, II, C01. 924, 
p. 45. Paul. Jovii vita Pomp. Uolumnae.  
IX, p. 18.- 
C01. 1897, 1900.  2 Jac. Vola- 
Senarega, bei Murat. XXIV.  
1064.  4 Varchi, stor. üorent. I, 
 5 S; dessen Leben, archiv. stop
        

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