Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308242
182 
Buch. 
Italien. 
Renaissance in 
Architektur. 
Wasserpforte und in Verona die Porta nuova. Porta S. Zeno 
(Fig. 115) und Porta stuppa oder del Palio. Die Composition 
jedesinal eigenthiimlicli, die Ausdrucksweise mit grosser Energie 
dazu gestimmt, die Ha-lbsäulen und Pilaster bisweilen in achter 
Gestalt, meist aber nach dem unrichtig verstandenen Vorbilde 
unfertiger Bömerbauten rusticirt. während Capital und Fuss 
sammt dem Gebälke regelrecht gebildet sind. Einmischung kraf- 
tiger plastischer Elemente, Masken, Löwenköpfe etc... zumal an 
den Schlusssteinen; mächtige Bildung der einzelnen Keilsteine 
der Bogen; hie und da. horizontal gewölbte Obersc-lnvellen. 
Eigentliche Missformen erst im IV. Buche des Serlio. z. B. 
Säulen. an welchen glatte und rusticirte 'l'heile abwechseln. 
Alessfs Thor am M010 vecchio zu Genua. auf der Stadtseitc 
mit niassigen Pilastern, nach aussen höchst derb. 
Bisweilen wird dem Thor eine Decoration vorgesetzt, welche 
mit diesem Festungsstyl nichts gemein hat. Porta S. Spirito 
zu Rom im Grundriss ein Kreissegment (das früheste Beispiel 
dieses später so viel gebrauchten Reizmittels). vom jüngern Ant. 
da Sangallo, unvollendet;  Porta del Popolo, angeblich 
von Vignola, triumphbogenartig;  Porta. Pia von Michel- 
angelo, der um 1559 Entwürfe für viele andere Thore von Rom 
machte; 1 componirt in der Absicht. die plastisch höchst wirksam 
durchgeführte Thoröffnung durch Umgebung mit kleinen Neben- 
fenstern, Scheinzinnen etc. möglichst gewaltig erscheinen zu 
lassen. 
g. 110. 
Die Brücken. 
Brücken von unabhängiger künstlerischer Bedeutung hat 
erst die Zeit von 1540 bis 1580 geschaffen.  Palladids laratclit- 
volle Entwürfe für die Bialtobriicke zu Vene dig.  Amma- 
natils Ponte della Trinität zu Florenz; die Formen der drei 
Bogen mit freiester Genialität dem Ansteigen gegen die Mitte 
zu anbequemt. statt der: Stichbogen Halbellipsen für das Auge; 
die Brücke bildet ein belebtes Ganzes. 
' Bedeckte Brücken werden im XV. Jahrhundert wenigstens 
verlangt von Alberti, 2 der auch über die Engelsbrücke zu Rom 
iin Auftrage Nicolaus V. wirklich ein Dach soll erbaut habenß  
Einer stattliche ziemlich frühe Berlachtlng hat gegenwärtig noch 
die Brücke des Ticino zu Ilavia.  
Vasari XH, p. 
v. di Alberti. 
1 
61, 
263. 
T8 
De 
aediüc. 
VIII  
3 Vasari IV,
        

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