Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308158
KaP- 
Paflastbaues. 
Composition des 
Die 
173 
gestellten Politik, der Gegenreformation und der zunehmenden 
Vornehmheit auf spanische Weise. 
Die Meister: Giulio "Romano; Giacomo Barozzi, genannt 
Vignola; Giorgio Vasari; Bartolommeo Ammanati; Galeazzo Alessi; 
Pellegrino Tihaldi, gen. Pellegrini; Andrea Palladio u. A. m. 
Florenz, unter Cosimo 1., Genua seit Andrea Doria künst- 
lich in Ruhe gehalten und wesentlich der spanischen Politik 
unterthan; Venedig durchaus auf kluge Behauptung des Erwor- 
benen angewiesen.  
Cosimo I. beförderte systematisch den Müssiggang der Reichen, 
und auch dem Geiste der Gegenreformation war es angenehm, 
wenn bisher thatige Classen sich in eine vornehme Ruhe be- 
gaben. In Rom vollendete sich diese Lebensweise, indem die 
älteren Hauser und die sich beständig neu bildenden Nepoten- 
familien darin förmlich wetteiferten. 
Die nächste bauliche Folge der Vornehmheit ist der zuneh- 
mende Weit- und Hochbau, mit noch weiterer Vereinfachung 
sowohl als Derbheit des Details, jetzt oft schon bis ins Flüchtige 
und Rohe. 
Galeazzo Alessi hält am längsten eine reiche und gediegene 
Einzeldurchführung fest.    
Von den Facadentylaen "gewinnt der römische im engern Sinne 
 96), Wesentlich abgeleitet vom Pal. Farnese, jetzt eine sehr 
grosse Ausdehnung. 
Hierher gehört die Masse der römischen Paläste, etwa von 
Ammanatils Pal. Ruspoli an. Diese freieste Form musste die be- 
liebteste werden für den Barockstyl. welcher Fenster, 'l'hüren, 
Ecken und Gesimse ganz nach Belieben phantastisch umbilden 
konnte. Sie ist und bleibt jedoch noch sehr empfindlich in Betreff 
der Verhältnisse. (Vignolas riesiger farnesiseher Palast zu Pia- 
cenza, fast ohne Details, bloss durch die Proportionen existirendf) 
Die quadratischen Fenster der Mezzanine werden ohne Scheu 
ziemlich gross über den Fenstern des betreffenden Hauptstock- 
Werkes angebracht, so dass das Mezzanin formal schon als 
Zwischenstockwerk wirkt. Der Typus Mist leicht so auszubilden, 
dass er der mürrischen, abgeschlossenen Grandezza zusagt.  
Auch das Motiv einer oder zweier Halbsäulenordnungen" (sel- 
tener Pilaster) über einem Erd- oder Sockelgeschoss in Bustica 
kommt häufig vor, aber nur selten in ganz sorgfältiger und edler 
Ausführung.  
Hauptsächlich von Rafael  96) ging dieser Typus auf 
Giulio und dann auf Palladio über, welche beide aber sich auch 
für Halbsäulen und Säulen meist mit stucchirtem Ziegelbau be- 
gnügen mussten. (Pal. del Te zu Mantuaä. 119.) 
Eine völlig gediegene und reiche Durchführung in gehauenem 
Stein wird man hauptsächlich bei Galeazzo Alessi und seinen mai-
        

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