Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308138
K31" 
Palastbaues. 
Composition des 
Die 
171 
Aufzeichnung des Sohnes 1 das voin Vater Vorgebrachte genau 
wiedergebe. Derselbe gab z. B. ohne Noth zu, dass sein Bau im 
Vergleich mit dem Dogenpalast niedrig. aber ohne Rücksicht auf 
denselben entworfen sei; denn der Dogenpalast, welcher die 
Majestät der Republik darstellte, verlangte eine solche Rücksicht 
allerdings und zwar in Gestalt einer Unterordnung der Biblioteca. 
Dass die geringe Höhe durch die geringe Tiefe entschuldigt wird, 
ist "ebenfalls eine Ausrede; die geringe Tiefe hatte einen mächtig 
gruppirten Hochbau nicht ausgeschlossen, und die Schmalseite 
gegen die Riva hätte sich schon inaskiren lassen. Venedig Wollte 
ein Meisterwerk, nicht der Coniposition, sondern. der Durchfüh- 
rung. Während des Baues publicirte 1544 Serlio, 2 angeblich 
nur für ein raurnsparendes venezianisches Wohnhaus mit Buden 
in der untern Halle, einen Entwurf, der Sansovinols Idee sehr' 
schön in das Einfache, Schlankere und Edlere umdeutet. 
Palladio umbaute seit 1549 den alten Palazzo della Ragione 
seiner Vaterstadt Vicenza, ein nicht ganz regelmassiges Oblongum, 
rings mit einer untern dorischen und einer obern ionischen Halle; 
beide Male ist zwischen den Halbsäulen der Hauptordnung ein 
Bogen auf freistehenden kleineren Säulen derselben Ordnung ein- 
gesetzt. (Fig. 4 auf S.  S0 entstand die nBasilicaA das 
öffentliche Gebäude als solches. wie man es in ganz Italien gern 
gehabt hätte, ganz in Hallen aufgelöst, gleich dem Marinorthurm 
von Pisa. An den Ecken wurden die Ungleichheiten auf das 
Geschickteste verdeckt. 
Die 
g. 104. 
Familienloggien. 
Endlich musste das XV. Jahrhundert einer eigenthümlichen 
Sitte genügen, dem Bau dreibogiger offener Loggien, WO sich bei 
feierlichen Anlässen Corporationen oder bestimmte Familien ver- 
sammelten oder Aufwartung annahmen. 
Um 1450 erwähnt M. Savonarola (l. c. C01. 1179) zu Padua 
die prächtige, verzierte, auf vier Marmorsäulen gestützte wLodiam 
welche der Sitz der Rectoren und der Adeligen ist. Schon das 
XVI. Jahrhundert verstand den Brauch offenbar nicht mehr; 
Vasari XI, p. 306 v. di Udine: MIIG Loggia Medici sei erbaut zur 
Bequemlichkeit und zur Versammlung der Bürger, wie es die 
vornehmsten Bürger damals zu halten pflegtenß Laut Lettere 
Sanesi III, p. 75 baute Pius II. die seinige, damit die Piccol0- 
mini sich daselbst versammeln könnten: vper esercizi puhblici di 
lettere o di affarißi Lateinisch heisst sie urkundlich theatrum; 
Milanesi II. p. 322. Laut Vitae Papar. Murat III, II, Col. 985 
Franc. 
Sansovino, 
Veneziä, 
fol. 
115. 
fol. 
154 
oder 
155.
        

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