Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308128
170 
in Italien. 
Renaissance 
Architektur. 
auf Säulen, aussen auf Pfeilern und mit reich decorirtem Aeus- 
sern.  Der zierliche Pal. del Consiglio zu Verona, erbaut 
vor 1500 von Fra Giocondo, unten wenigstens nach vorn völlig 
offen mit einer Balustrade und zwei kleinen Treppen.  Die 
noch schöner componirte Loggia del Consiglio zu Padua, von 
Biagio Rossetti; im Erdgeschoss sieben Säulenintervalle, deren drei 
mittlere sich gegen eine stattliche Treppe öffnen.  Der Pal. 
del Podesta zu Bologna, 1485 umgebaut von Fioravante, mäch- 
tige untere und obere Pfeilerhalle, dort mit Halbsaulen (ä. 41), 
hier mit Pilastern.  Pal. Pretorio zu Lucca, mit geschlosse- 
nem oberem Stockwerke. 
Das Zurücktreten der oberen Stockwerke an den meisten 
dieser Gebäude hat seinen sehr guten Grund darin, dass man 
sich nicht auf schwebende Balkone über Consolen verlassen wollte, 
wenn die Behörden bei feierlichem Anlasse sich oben zeigen 
mussten. Vgl.  94. (Auffallendes Zurücktreten des Oberge- 
schosses ohne solchen Grund an RafaePs Pal. Pandolfini,  96.) 
Auch die Börsen, loggie de' mercanti nebst den Zunftgebäu- 
den schliessen sich, wenn auch in kleinerem Massstabe, diesem 
Motiv an, indem auch hier eine untere Halle mit Treppe und 
Nebenraumen und ein oberer Saal für Versammlungen vorge- 
schrieben waren. Vgl. das Project bei Serlio L.VII, p. 116, und 
aus der gothischen Zeit die Loggia de, mercanti zu Bologna. Bis- 
weilen gehört auch eine Capelle dazufwo jeden Morgen nad de- 
votionem et commodum mercatorumu eine Messe gelesen wurde. 
So im Palazzo della Mercanzia "zu Siena, Welcher sammt der 
Capelle 1 gegen die Piazza hin schaut; auf der Rückseite gegen 
eine höher liegende Strasse wurde diejenige Loggia angebaut, 
welche jetzt Casino de' Nobili ist. 
5.103. 
Sansovino und 
Palladio. 
Wie schon in einigen der genannten Paläste das Längenver- 
hältniss und die Zahl der Hallenbogen willkürlich ist, so wurde 
an zwei ganz excelationellen Gebäuden, an Jacopo Sansovinds 
Biblioteca "zu Venedig und an Andrea Palladiols Basilica zu 
Vicenza der Doppelhalle als solcher, freilich in ihrer höchsten 
monumentalen Ausbildung, die Herrschaft völlig überlassen. 
Ueber die Biblioteca ä. 53. Es war eine ungerechte Kritik, 
wenn man dem Gebäude verwarf, es sei zu niedrig für seine 
Länge, da dasselbe als Hallenbau keine bestimmte Länge haben 
will. Der Architekt aber gab bei seiner Verantwortung statt 
dieses wahren Grundes Scheingriinde an, vorausgesetzt, dass die 
Urk. 
bei 
1416 
Milanesi II, 
VSL
        

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