Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1308106
168 
Buch. 
Renaissance in Italien. 
A. Architektur. 
und Statuen gelten und auch dazu ist es im XV. Jahr- 
hundert an weltlichen Gebäuden fast nie und im XVI. nur 
selten gekommenq aus Ehrfurcht vor der Herrschaft des Kranz- 
gesimses.) 
101. 
Oeffentliche Paläste; ihre 
Säle. 
Paläste für öffentliche Zwecke werden besonders charak- 
terisirt durch grosse Säle und hallenmässige Oeifnung nach 
aussen. Das Mittelalter mit seinem wirklichen politischen Leben 
hatte die Gestalt solcher Bauten bereits im Grossen festge- 
stellt. (ä. 21.) 
Von den grossen Sälen ist kaum einer mehr in derjenigen 
Gestalt erhalten, welche ihm die goldene Zeit gab; auch die sala 
del gran consiglio im Dogenpalast und der obere Saal der Scuola 
di S. Rocco zu Venedig sind beherrscht von spätvenezianischen 
Malereien; der grosse Saal im Signorenpalast zu Florenz ist, 
so wie man ihn sieht, erst das Werk Vasarils, der ihm indess 
doch einen reichen hintern Abschluss zu geben wusste. Von 
demjenigen im Pal. communale zu Brescia, sowie von dem im 
Innern des Pal. del Podesta zu Bologna befindlichen (170 auf 
74 Fuss, einst zum Conclave Johannes XXIII, später zum Theater 
und zuletzt zum Ballspiel gebraucht) weiss Verfasser nichts in 
Betreff des Innern anzugeben; die Decken, innen cassettirt oder 
bemalt, hängen am Dachgerüste. 
Den Salone in Padua erreicht keines dieser Gebäude an 
Grösse. Das Verhältniss der Grösse zur Höhe und die Beleuch- 
tung ist kaum irgendwo angenehm, so dass solche Säle neben 
grossartigen Klosterrefectorien und Capitelhäusern mit Oberlicht, 
zumal gewölbten, zuriickstehen müssen. Der schönste grosse 
Saal der Renaissance, freilich schon auf der Neige des Styles, 
ist nach meinem Dafürhalten die Sala regia des Vaticans mit 
ihrem von Perino und Daniele da Volterra herrlich stucchirten 
Tonnengewölbe (Q. 177), ihren fünf Pforten und ihrem einzigen, 
mächtigen, in der Höhe angebrachten Fenster. 
Vasari zählt die grosscn Säle auf bei Anlass des florentini- 
schen, den er selber umbautezl einer im Pal. di Venezia zu 
Rom  ein von Pius II. und Innocenz VIII. erbauter im Vati- 
can (verbaut), einer im Castcll (nuovo) zu Neapel  dann die 
Säle des Palastes zu Mailand (jedenfalls verbaut), des Pal. von 
Urbino (wo sich kein besonders grosser Saal befindet), nebst den 
bekannten von Venedig und Padua. 
1 VIII: 
123: 
Cronaca.
        

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