Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1307874
Kap- 
Palastbaues. 
des 
Composition 
Die 
145 
Ein Fenster. welches entweder entschieden breiter als hoch oder 
entschieden. hoher als breit sein muss. (In der That blieb das 
gleichseitige viereckige Fenster aus den Ilauptstockwerken ver- 
bannt "und wurde nur als Luke im Fries oder als Gitterfenstei- 
eines absichtlich sehr strengen Erdgeschosses mit Rustica ange- 
wandt.) Ist dasjFenster höher als breit, so soll seine Oeifnung 
11j2ma1 so hoch als breit sein und nicht über lls und nicht 
unter 114 der gamzen innern Wandfläche betragen; sie soll be- 
ginnen zwischen 2b und Eis der Zimmerhöhe über dem Boden. 
Ist das Fenster breiter als hoch und also auf zwei Säulchen ge- 
stützt, so muss seine Oeffnung zwischen H2 und 2h der Breite 
der Wand betragen. An die Langwand gehört wo möglich eine 
ungerade Zahl von Fenstern, etwa drei wie bei den Alten; man 
theile "die Wand in fünf oder "sieben Theile und setze in drei 
derselben die Fenster, deren Höhe 714 oder Qls der Breite be- 
tragen soll u. s. w. 
 Verglichen mit den ähnlichen dürftigen Angaben bei V itruv, 1 
der weder Gewölbe noch Fenster mit in Rechnung zieht, zeigt 
sich hier ein ungemein grosser Fortschritt. 
Wesen 
 g. 90. 
und Anfang des Palastes 
Renhis sance. 
der 
Die ideale" allgemeine Aufgabe des Civilbaues spricht sich 
weniger klar. an Residenzen und öffentlichen Gebäuden aus, 
welche" ihre besondern- und verschiedenartigen Zwecke zu ver- 
wirklichen haben, als an den Privatpaliisten, welche die Einheit 
des Willens und des Zweckes an der Stirne tragen und durch 
ihre Gleichartigkeit bestimmte Stylgruppen bilden können. 
Der Palazzo-in-diesem bestimmten Sinne ist ein monumeni 
taler Bau, an welchem jede oder Wenigstens die Hauptfronte nur 
Einen Gedanken, diesen aber mit der vollsten Kraft ausspricht, 
und dessen Grundplan in einer regelmässigen geometrischen 
Form beschlossen ist. Dieser Einheit fügen sich auch die ein- 
zelnen Zwecke, die unter Einem Dach erreicht werden sollen, 
mindestens eben so gut als einer verzettelten Anlage; auch 
lohnte es bei der Gleichartigkeit der Aufgabe der Mühe, die 
günstigeren Arten der innern Anordnung immer zweckmässiger 
und schöner-auszubilden. Einen Organismus im strengern Sinne 
"kann man von dem Palazzo nicht verlangen, da das Viele und 
Verschiedene, das er umfasst, sich eben nicht als Vieles, als 
Congregatausdrücken darf, sondern einer grossen künstlerischen 
Fiction unterthaai wird. 
1 L, _VI, c. 4- 
Kugler, Gvsch. 
-G. 
d. Baukunst. 
10
        

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