Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1307785
136 
Buch. 
in 
Renaissance 
Italien. 
Architektur. 
Kapitel. 
Klöster 
und 
Bruderschaftsge bäude. 
Die 
Klöster 
im 
Norden 
und 
im 
Süden. 
In den Klosteranlagen hatte schon das Mittelalter eine 
ziemlich hohe Vollkommenheit erreicht. Auch haben dieselben 
im Norden nicht selten eine grössere monumentale Ausbildung 
aufzuweisen als irgendwo in Italien vor der Renaissance. Die 
bekannte Gesammtheit von Räumen: Kapitelhaus, Dormitorium, 
Refectorium, Scriptorium. Wohnung des Abtes oder Priors. 
Kreuzgänge, Vorrathsgebäude, Krankenwohnung, Gastwohnung, 
Ställe u. s. w., ist im Klosterplan von St. Gallen (c. S30) noch 
über ein grosses Quadrat hin verzettelt. Schon eine mehr ge- 
schlossene, von römischen Villen abgeleitete Anlage hatten viel- 
leicht im IX. Jahrhundert die stattlichsten Klöster Italiens: 
Farfa und Nonantula. 1 Im XII. Jahrhundert dagegen War be- 
reits der Norden im Vorsprung für die Grösse der Anlage so- 
wohl als fiir die monumentale Durchführung. 2 Eine belgische 
Abtei hatte z. B. schon gleiche Scheitelhöhen für den ganzen 
Hauptbau? In Italien wird aus dem XII. bis XIV. Jahrhundert 
kaum ein Klosterbau vom Rang der reichern nordischen Abteien 
nachzuweisen sein. (Eine catonische Stimme für Einfachheit der 
Klöster und selbst ihrer Kirchen Matteo Villani L. VIII, c. 10.) 
Indess besass der italienische Klosterbau ein Element, wel- 
ches ihm mit der Zeit jede grosse und freie Combination sehr 
erleichterte, nämlich die Säulenhalle statt des geschlossenen, 
bloss mit Fenstern und Thüren nach aussen geöffneten Kreuz- 
ganges. Auch bei geschlossenen Gängen mit Brustwvehrmanern, 
wie z. B. den Klosterhöfen am Lateran und an S. Paul (ä. 16:) 
und sogar bei eigentlichen Mauern mit Fenstern, z. B. dem 
Camposanto zu Pisa bleibt der Einfall von Licht und Luft viel 
stärker als im Norden. Weit das häufigste aber sind seit der 
Römerzeit die offenen Bogenhallen; mit antiken Säulen z. B. 
die prächtigen Atrien der Dome von Capua und Salerno, Welche 
wir wohl hier mit anführen dürfen. (XI. Jahrhundert.) 
1 Historie. farfena, bei Pertz, Monum. XIII, p. 530, 533, 546.  2 Vgl. 
Caumont, abäeädaire und die Publicationen "des Comitä historiqtle des arts 
et monuments.  3 Gesta abbatum Trud0nens., bei Pertz, Monum. XII.
        

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