Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1307696
KßP- 
der Kirchen. 
Composition 
Die 
127 
sehen, dass über einem quadratischen Sockel und Erdgeschoss 
drei Rundgeschosse, dann ein Quadrat von vier leichten Bogen 
und endlich ein runder Monopteros mit sphärischem Kuppelchen 
folgt; für Alles werden Proportionen und Details 
angegeben.  Natürlich folgte ihm Niemand. Die l 
runden oder polygonen Formen kamen höchstens 
am obern Abschluss vor, so an zwei profanen Thür- 
men zu Bologna. 1   
Der bestausgestattete Thurm des XV. Jahrhun-   
derts (Halbsäulenordnungen mit Bogen, kräftige  
Eckpilaster, alles Marmor von Schichten verschie- 
dener Farbe) derjenige am Dom von Ferrara.  
Ganz armselig diejenigen Thürme, welche nur   
magere Eckpilaster zur Einrahmung der Stockwerke  
haben. Das Beste war, wenn man die Pilaster ent- _ 
weder ganz aufgab und Wandbänder ohne Verpiilich- 2.5: 
tung auf anderswoher gebotene Proportionen an- iiiäjfißi'x 
wandte; z. B. an mehreren Thürmen von Venedig Fig 75 Thmfnäan 
(deren lothrechte Stellung Sabellico 2 etwas zu früh S- Slpiliito- (Nohh) 
rühmt);  oder wenn man die Pilaster frei behan- 
delte, so dass sie z. B. zweien Stockwerken entsprechen und 
also eine mächtigere Bildung erhalten. So an dem Backstein- 
thurm von S. Spirito in Rom (von Pintelli?), welcher in seiner 
kräftigen Einfachheit vielleicht der edelste Thurm der Früh- 
renaissance ist. (Fig. 75.)  
 ä. 79. 
Glockenthurm des XVI. 
Der 
Jahrhunderts. 
Das XVI. Jahrhundert gab den Thürmen seine kräftigere 
Formensprache und nahm sie bisweilen zu zweien oder zu 
vieren in die Composition des Kirchenbaues auf , mit dessen 
Ordnungen nunmehr die ihrigen in strengerer Harmonie stehen. 
(Ueber einzelne damals bewunderte Thürme s. Vasari.) 3  
Bisweilen scheute man sich doch vor den Thürmen, die 
man in die Composition aufnahm, wie vor fremden Gästen. 
An der Kirche zu Montepuylciano (ä. 64), wo sie in den 
vordern Ecken des griechischen Kreuzes stehen, und den Ord- 
nungen des Hauptbaues völlig gehorchen, bleiben sie doch durch 
Gässchen von demselben getrennt. (Nur der eine ausgeführt. 
Fig. 76.)  Im ersten Bande des Sammelwerkes von Basan eine 
Fagade, angeblich von Rafael, (leren Thürme zu den geistreichern 
1 Bursellis annal. Bonon. bei Murat. XXIII, C01. 909, 911. Ebenda, 
C01. 888 die Nachricht, wie 1455 ein Kirchthurm 4 Klafter von der Stelle 
gerückt wurde.  2 A. a. O. L. II, fol. 86.  3 IX, p. 226, Nota, v. di 
Baccio d'Agnol0; XI, p. 122, s., v. di Sanmicheli.
        

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