Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305898
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1307526
110 
Buch. 
Renaissance 
Italien. 
Architektur. 
Ausdruckes. (Verf. bekennt, diesem Gebäude früher Unrecht 
gethan und nach mehrmaligem Besuche seine Meinung geändert 
zu haben.)  Urheber war nach allgemeiner Annahme der Ma- 
ler Ambrogio Borgognone 14.73. Die. Pfeiler lösen sich wie schon 
in der _1ombardischen Gothik z. B. am Dom von Como, in lauter 
Nischen mit Statuen  51) auf. "Die Abstufung des Schmuckes 
ist folgende: am Erdgeschoss, dem Auge am nächsten, Sculptur 
und gemeisselte Decoration in weissem Marmor; im mittlern (jetzt 
obersten) Stockwerk Flächen und Einfassungen mit Marmor ver- 
schiedener Farben incrustirt, hier ganz am rechten Orte;_ ein 
oberster Aufsatz sollte consequenter Weise ein colossales Mosaik- 
bild in einer kräftigen giebelgekrönten Einfassung enthalten, wie 
man aus einer alten Abbildung sieht. 1 
Eine ähnliche nur viel bescheidenere Umdeutung des roma- 
nischen Princips zeigt die Marmorfacade der Kathedrale zu Lu- 
gano, wahrscheinlich von Tommaso Rodari. 
g. 72. 
der Hochrenaissance. 
Fagaden 
Im XVI. Jahrhundert ist die Kirchenfagade _ein Hauptgegen- 
stand der verstärkten, Wirksam gemachten Formensprache (ä. 49). 
Nur Wurden die besten Kräfte zunächst ausgegeben an Entwürfe, 
welche nicht zu Stande kamen und an den Decorationsfagaden 
bei Festen (S. 50).   
Concurs von 1514 im Auftrage Leo's X. für die Facade von 
S. Lorenzo in Florenz; unter den Entwürfen des Rafael, des 
einen Sangallo, der beiden Sansovino und des Michelangelo muss 
der des letztern "einige Zeit sicher als der auszuführende gegolten 
haben; die erste Facade mit vertretenden Säulen wenigstens 
im Erdgeschoss (ä. 37, vgl. 43) und mit-bisher unerhört starker 
Mitwirkung. von Reliefs und Statuen (laut der unvollständigen 
Skizze im Pal. Buonarotti). 2 Beide Motive, vertretende Säulen 
und Zuthat von Sculpturen, längst vorbereitet z. B. in den Archi- 
tekturen paduanischer und ferraresischer Gemälde und in den 
Festbauten, zumal Triumphbogen.  Eine analoge noch viel 
grössere Pracht muss gewaltet haben in der Decorationsfagade 
am Dom zu Florenz, bei demselben Besuch Leo's X. 1514, einem 
riesigen Triumphbogen mit einer Masse von Scheinreliefs und 
Statuen.  Als die herrlichste Arbeit dieser Zeit bezeichnet Va- 
sari anderswo den nicht ausgeführten Entwurf des Girol. Genga 
für den Dom von Mantua. 3 
1 Palazzi diversi nelP alma. cit-tä di Roma, ed. GiQBatt. de' Rossi 1655 
auf einem der letzten Blätter.  2 Vgl. Vasari XII, p. 201, Nota, v. di 
Michelangelo, XIII, p. 77, s. v. di Jac. Sansovino.  3 XI, p. 91, v. di Genga; 
vgl. oben ä. 5, 67.
        

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