Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1302116
Kapitel. 
Die 
Formenbehandlung 
Frühren aissance. 
der 
Für Mittelitalien handelte es sich zugleich um einen Sieg der Form 
über den Stoff: eine bunte Incrustation von Marmor aller Farben und 
von Mosaik an den Wichtigsten Kirchenfassaden musste Weichen vor der 
ernsten Plastik des römischen Details, mochte auch letzteres thatsächlich 
ebenfalls nur äusserlich einem Kernbau aus anderem Stoffe angefügt 
werden, wie schon bei den alten Römern selbst. 
Ausserdem adoptirte man nach Kräften auch die Gesetze der 
römischen Construction. Dabei wusste man jedoch nichts Anderes, 
als dass Anlage, Hauptformen und Verhältnisse gemäss dem jedes- 
maligen Zweck und der Schönheit erfunden werden müssten. 
Die Renaissance kennt beinahe gar keine Nachahmungen bestimmter 
einzelner Römerbauten. Sie hat z. B. trotz aller Bewunderung keinen 
einzigen Tempel repetirt und überhaupt das Antike nur im Sinn der 
freisten Combination verwerthet. Vgl. ä. 28 das YVort des Franc. di 
Giorgio. Die Proportionen sind vollends ohne Ausnahme frei gewählt 
und der Einfluss der antiken Ordnungen auf sie nur ein scheinbarer. In 
That und Wahrheit hängt die Behandlung der Ordnungen eher von den 
Proportionen ab. 
Das 
Verhältniss 
den Zierformen. 
Anfangs schied man nicht, was der guten oder der gesunkenen 
Römerzeit, was Gebäuden höchsten Ranges oder blossen Verkehrs- 
bauten etc. angehörte; auch vergrösserte und verkleinerte man nach 
Belieben das für einen bestimmten Massstab Geschaifene. 
Ein in Fiesole gefundenes Wunderliches ionisches Capitäl wird von 
Giulianc Sangallo zum durchgehenden Muster genommen für die Colon- 
nade des Hofes von S. M. Maddalena de" Pazzi in Florenz; Vasari VII, 
p. 211, v. di Giul. Sangallo. Vieles dergleichen namentlich in den Kranz- 
gesimsen, s. unten. Formen des römischen Decorationsstyles, von Altären, 
Sarcophagen, Candelabern etc. Wurden Anfangs in die Architectur ver- 
schleppt. 
Eine grössere Gefahr lag in der plötzlichen und sehr hohen 
Werthschätzung der classischen Zierformen. Dass dieselben nicht die 
Architectur überwucherten, verdankt man einzig den grßsßartigßn Ball- 
absichten und der hohen Mässigung der Florentiner. 
die 
allgemeine Zierlust und Prachtliebe des XV. Jahrh, 
Zahl behender Decoratoren und die Hingebung der 
Man erwäge die 
rasch wachsende
        

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